Reise Oxapampa-Lima 02: Sierra

Acobamba - Tarma - La Oroya - Pucará - Morococha - Bergbau ohne Umweltschutz und die Dauerschäden

Seit Mitte 2014 steht die Schmelze in La Oroya still [web33].
von Michael Palomino (2009 / 2017)
Fotos vom Oktober 2008
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Auf dem Weg nach Tarma

Sicht auf einen Berggrat
Sicht auf einen Berggrat

Acobamba und erste Eindrücke

Die Strecke war nicht mehr sonderlich steil. Acobamba liegt auf 2940 m über Meer [web1]. Der Berg im Hintergrund wirkte bereits imposant. Auf dem Berg ist eine weisse Schrift „SM“ angebracht. Ausserdem fällt ein Betonturm mit „christlichem“ Kreuz auf – ein Kirchturm ohne Kirche und scheinbar auch ohne Wohnhäuser ringsum.

Durch die Stadt fuhr das Colectivo rasch hindurch, vom Zentrum war kaum etwas zu sehen. Die Ortseinfahrt, Baustellen, ein Restaurant und eine Frau mit Baby auf dem Rücken prägen diese erste Passage. Die Beschreibung hebt dabei auch die praktische Tradition des Tragetuchs hervor.

Karte 01: Die Strecke Acobamba-Tarma-La-Oroya
Karte 01: Die Strecke Acobamba-Tarma-La-Oroya

Antalcoma–Tarma

Die landwirtschaftliche Ebene nach Antalcoma erstreckte sich über viele Kilometer. Unterwegs sieht man Dreiradtransporter, Häuser ohne Dach, abgegrenzte landwirtschaftliche Flächen und die Aussicht auf zunehmend kahle Berge. Bereits hier kündigen sich Bergbauregionen und ihre Folgen an.

Mehrere Fotos zeigen die landwirtschaftliche Ebene zwischen Antalcoma und Tarma sowie Gelände mit Mauern, Lastwagen und weite Ebenen mit Blick auf die Berge.

Überlandstrasse, Dreiradtransporter
Überlandstrasse, Dreiradtransporter

Tarma

Tarma, Ortsdurchfahrt
Tarma, Ortsdurchfahrt

Das Colectivo fuhr wieder nur durch Aussenquartiere, so schnell wie möglich durch Tarma. Vom Zentrum war kaum etwas zu sehen. Tarma mit rund 39.000 Einwohnern (2005) liegt auf 3053 m über Meer, ist Hauptstadt der Provinz Tarma, Bistumssitz und ein regionales Handelszentrum zwischen Sierra und Urwald.

Die Wirtschaft liefert Gemüse, Blumen und Kartoffeln; ausserdem ist das Zementwerk „Cemento Andino“ wichtig. Bergbau gilt hier als unbedeutend. Beschrieben werden auch frühere Rodungen und Aufforstungsprogramme. Der Text kritisiert zudem das koloniale Wappen der Stadt.

Tarma–La Oroya

Auch bei Tarma war noch die Landwirtschaftsebene sichtbar, dann ging es höher in die Berge. Der Text verbindet die zunehmend kahlen Hügel direkt mit der Geschichte des Bergbaus: Rodungen für Schmelzöfen, Waldvernichtung und der Übergang zur kargen Hochprärie.

Fotos zeigen Hügel, Dörfer, Weiler, Grasberge, Steppenberge, Strasse, Fluss, Eisenbahn, Pipeline und Kalksteingebirge. Letztere kündigen das Minenzentrum La Oroya an.

Landwirtschaftliche Ebene bei Tarma
Landwirtschaftliche Ebene bei Tarma

La Oroya

Die Minensiedlung La Oroya (01)
Die Minensiedlung La Oroya (01)

La Oroya ist Hauptstadt der Provinz Yauli, auf 3750 m über Meer. Aus einem landwirtschaftlichen Zentrum entwickelte sich ein Schwerpunkt des Bergbaus und der Metallverhüttung. Der Text zeichnet die Entwicklung von der Kolonialzeit über das Mita-System bis zur modernen Privatisierung der Schmelze nach.

Die Hauptschmelze wurde 1922 nach La Oroya verlegt. Seitdem wurde Umweltverschmutzung zum dominierenden Problem. Die Darstellung thematisiert die Betreiberwechsel, die Rolle von Doe Run Peru sowie die massiven Emissionen und Gesundheitsfolgen.

Karte 02: La Oroya mit Minen
Karte 02: La Oroya mit Minen und Schmelzstandort
Die Fotos sind von 2008 – Stand 2017: Die Schmelze ist seit Mitte 2014 geschlossen.

Der Bergbau in La Oroya ohne Umweltschutz

Der Text beschreibt La Oroya als einen der extremsten Belastungsorte der Region. Genannt werden Schwefel, Blei, Arsen, Cadmium und weitere Schwermetalle sowie Schwefeldioxid, Feinstaub und Abwässer. Die Emissionen sollen sich bis weit in die Umgebung ausgebreitet haben.

Besonders hervorgehoben werden die Auswirkungen auf Kinder, Atemwege, Nerven, Konzentration, Motorik und die Landwirtschaft im Mantaro-Tal. Die Schornsteine liegen direkt neben Wohnquartieren, Schulen und Kindergärten.

„Die Bleikinder. Es gibt einen Ort auf dieser Welt, wo die Vögel nicht mehr fliegen, wo die Bäume und die Kinder nicht mehr wachsen, wo das Blei den Alltag bestimmt...“

Ausführlich geschildert werden zudem die Klage von Miguel Angel Curi, Kampagnen wie „Salvemos La Oroya“ und die Rolle der peruanischen Presse. 2017 wird die Lage so beschrieben: Die Schmelze ist stillgelegt, die Vegetation kehrt zurück, aber die Belastungen der Menschen bleiben.

La Oroya–Morococha

Karte 03: Tarma-La Oroya-Morococha-Lima
Karte 03: Tarma-La Oroya-Morococha-Lima

Pucará und Morococha

Pucará bei Morococha mit der roten Kirche
Pucará bei Morococha mit der roten Kirche

Pucará erscheint von aussen beschaulich, doch der Text beschreibt soziale Enge, knappe Wohnverhältnisse und einfache sanitäre Infrastruktur. Eine lokale NGO setze sich für Umweltschutz und Verbesserungen im Quartier ein.

Morococha liegt auf 4116 m Höhe. Das Panorama ist eindrucksvoll, zugleich wird die Siedlung als durch Bergbau schwer beschädigt beschrieben: Rückhaltebecken mit Giftlaugen, fehlendes fliessendes Trinkwasser, schlechte sanitäre Verhältnisse, Gesundheitsprobleme und einsturzgefährdete Tunnel unter dem Dorf.

Zusammenfassung: Die Seite fasst die Schäden des Bergbaus als dauerhaftes ökologisches und soziales Desaster zusammen: Waldvernichtung, Luftschadstoffe, vergifteter Staub, vergiftete Böden, belastete Flüsse, verseuchte Früchte und Gemüse, schwere Gesundheitsschäden sowie einsinkende Ortschaften durch einbrechende Tunnel.

Quellen