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Nasca: Die Geschichte der Pyramiden von Cahuachi

3. Der Treppentempel ("templo del escalonado")

4 km östlich vom heutigen Dorf Cahuachi - 7 m hoch und 30 m breit - die Konstruktion - Phase 3 - 240 Säulen aus Huarangoholz - eine Schlamm-Überschwemmung "am Ende des ersten Jahrtausends" - Versiegelung der Pyramide - geopferte Schädel

Der "Treppentempel" hat Mauern
                          mit einem Treppenmuster (Treppendesign)
agrandarDer "Treppentempel" hat Mauern mit einem Treppenmuster (Treppendesign) [1]
Estaquería (01): El "Templo del
                          escalonado" de Cahuachi cerca de Nasca
                          tiene una estaquería con 240 estacas de
                          huarango
agrandarDer Säulenbereich ("estaquería") (01): Der "Treppentempel" von Cahuachi bei Nasca verfügt über einen Säulenbereich mit 240 Säulen aus Huarangoholz [2]

aus der Broschüre von Josue Lancho Rojas vom Pyramidenmuseum Antonini in Nasca: "Cahuachi. El centro ceremonial en adobe más grande del mundo" ("Cahuachi. Das weltgrösste Zeremonialzentrum aus Lehmziegeln"); zum Gedenken an Dr. Giuseppe Orefici, für seine 25-jährige archäologische Tätigkeit in Nasca

unter Schirmherrschaft der peruanischen Hotelkette Casa Andina

übersetzt von Michael Palomino (2009)

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[Zeremonialzentrum 4 km östlich von Cahuachi]

Dieses wichtige Zeremonialzentrum befindet sich 4 km östlich von Cahuachi. (S.12)

[7 m hoch und 30 m breit]

Die Pyramide wurde wegen der auffallenden Strukturen "Treppentempel" genannt, die ein Teil der Grossen Pyramide sind. Der "Treppentempel" befindet sich nordöstlich der Grossen Pyramide. Die Hauptfassade zeigt einen dunkelgrauen Verputz, der reich mit einem Relieffries verziert ist, mit dem Motiv einer "Doppelstufe". Die Front ist 30 m lang und 7 m hoch. Wahrscheinlich wurde der Bau in der Zweiten Phase von Cahuachi errichtet (100 v.Chr.-100 n.Chr.), also zu Beginn der Zeit, als Cahuachi zum Zeremonialzentrum wurde. (S.11)

[Die Konstruktion: Dach mit Pfählen aus Huarangoholz - perimetrische Mauer - Firste aus Huarangoholz - pflanzliches Trägergeflecht]

Im Original hatte der "Treppentempel" ("templo del escalonado") ein Dach mit Pfählen aus Huarangoholz, das die Gänge und die inneren Räume überspannte. Danach bauten die Architekten in der Dritten Phase (100-300 n.Chr.) eine grosse,  umfassende Mauer (perimetrische Mauer), die praktisch die gesamte Front abdeckte. Am Sockel der Mauer wurden Friese mit einfachen senkrechten und waagrechten Einschnitten angebracht.

Dieser Tempel bewahrte in seinem Innern zwei konstruktive Eigenheiten, die ihn von anderen Tempeln dieses Ortes unterscheiden: Einmal wurden für seine Türen Querbalken (Türsturz) aus Huarangoholz verwendet, und zweitens, um die Lehmmauer zu verstärken wurde im Innern der Mauer senkrecht ein pflanzliches Trägergeflecht verwendet, das der Tonziegelkonstruktion mehr Stabilität verlieh und so ohne Schwierigkeiten viele Tonnen Gewicht aushalten konnte. (S.11)

[Zuerst wurde wahrscheinlich das Trägergeflecht aufgestellt, und dann mit Tonziegeln die Mauer um das Trägergeflecht gebaut, wie es heute noch in kleiner Form mit der Quincha-Wand traditionell praktiziert wird].

[Gebrauch des Treppen-Pyramidentempels in Phase 3]

Die Verwendung des Platzes geht auf die Paracas-Epoche zurück, aber dann in der Phase 3 (100-300 n.Chr.) verwandelt sich der Tempel, der gleich neben der theokratischen Hauptstätte liegt (S.12).

Dieser Tempel wurde in der Dritten Phase Schritt für Schritt wieder in Betrieb genommen, und wie die anderen Teile von Cahuachi, endete seine ursprüngliche Funktion und wurde versiegelt, und darüber wurden neue Bauten errichtet. Die neuesten Ausgrabungen von Dr. Orefici haben unter diesem obersten Niveau Füllungen, Innentreppen, Plattformen, Gänge und andere Bauelemente zum Vorschein gebracht. (S.11)

[240 Pfähle aus Huarangoholz - Orefici: Grosse Plattform mit 240 Huarangopfählen ca. 600 n.Chr.]

Säulenbereich
                ("estaquería") (02), das Foto zeigt einen
                Ausschnitt aus dem Bereich mit 240 Huarangopfählen des
                Treppentempels ("Templo del escalonado") in
                Cahuachi bei Nasca
Säulenbereich ("estaquería") (02), das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Bereich mit 240 Huarangopfählen des
Treppentempels ("Templo del escalonado") in Cahuachi bei Nasca [3]

Der Bereich besteht aus 240 Pfählen aus Huarangoholz (deswegen die Bezeichnung "Säulenbereich"). Über die Verwendung dieses Bereichs wurden verschiedene Hypothesen aufgestellt. Alfred Kroeber war der erste, der meinte, dass es sich bei diesem Denkmal um einen Platz für astronomische Datensammlung handeln würde, als er 1926 diese Region besuchte. Andererseits meinte Hochwürden Alberto Rossel Castro im Jahre 1942, dass der Säulenbereich ein anatomisches Amphitheater gewesen sei.

Das Nasca-Projekt unter der Leitung von Dr. Giuseppe Orefici hat seit 1997 verschiedene Ausgrabungen durchgeführt, um den Zweck dieses Platzes zu ergründen und wieso die Pfähle aufgestellt worden waren. Aber es kam keine Erklärung zustande. Seit dieser Zeit wurden monumentale Strukturen ausgegraben, die die Hypothese bestätigen, dass diese archäologischen Reste ein zeremonielles Zentrum darstellten, das Cahuachi angeschossen war und auch nach der Zerstörung des Zeremonialzentrums von Cahuachi noch funktionierte. (S.12)

Säulenbereich
                ("estaquería") (03) des Treppentempels
                ("Templo del escalonado"), 4 km von Cahuachi
                bei Nasca, mit einem neuen Teil, wo die Archäologen
                gerade arbeiten
agrandarSäulenbereich ("estaquería") (03) des Treppentempels ("Templo del escalonado"), 4 km von Cahuachi bei Nasca,
mit einem neuen Teil, wo die Archäologen gerade arbeiten [4]

Einer der wichtigen Beiträge von Dr. Orefici zu den Ausgrabungen ist die Bestimmung, dass der Säulenbereich in der letzten Cahuachi-Zeit in der Epoche I des Horizonte Medio (600 n.Chr.) gebaut wurde, zusammen mit (S.12)

Strukturen, über die dann die 240 Huarangopfähle fixiert wurden, die ein immenses Dach stützten. Die gabelförmigen und spitzförmigen Pfosten waren durchschnittlich 2 m hoch und waren ebenfalls etwa alle 2 m angebracht. Es wurden auch Reste von Gängen und Wänden in der Quincha-Technik entdeckt [Mauer zuerst als Trägergeflecht und dann Tonziegel darum herum], um Innenräume abzugrenzen.

Auf der Ostseite des zeremoniellen Zentrums hat man einen sehr wichtigen Bereich in Form eines Vierecks ausgegraben, in dessen Zentrum ein enormer Huarangostamm stand, als Hauptsäule für ein kreisförmiges, konisches Dach aus Schilfrohrstangen und Trägergeflecht. Das Trägergeflecht wurde dann verdeckt. (S.13)

Bis zum heutigen Tag kann man sagen, dass der Säulenbereich ("estaquería") ab der Paracas-Epoche seine zeremonielle Funktion erfüllt hat und ihren Höhepunkt während dem Ende der Wari dieser Region erlebte. (S.13)

[Eine weitere Überschwemmung "am Ende des ersten Jahrtausends n.Chr." = 900 bis 1100 n.Chr. - Opferschädel]

Als Letztes muss man noch hinzufügen, dass die archäologischen Ausgrabungen am Säulenbereich ("estaquería") klar aufzeigen, dass am Ende des ersten Jahrtausends n.Chr. eine Überschwemmungskatastrophe mit Schlamm und Geröll die Nasca-Region verwüstete, und zwar in viel schlimmeren Dimensionen als die frühere Zerstörung von Cahuachi. (S.13)

Als dieser Tempel versiegelt wurde, wurden an seinen Zugangstüren Opferschädel ("cabezas-ofrenda") hingelegt, so wie es bei allen zeremoniellen Zentren als Akt magischer Religiosität geschah. (S.11)

Das Treppenmuster

Der "Treppentempel" von
                          Cahuachi bei Nasca hat Mauern mit einem
                          Treppenmuster (Treppendesign)
agrandarDer "Treppentempel" von Cahuachi bei Nasca hat Mauern mit einem Treppenmuster (Treppendesign) [1]
Das Treppenmuster
                        von Cahuachi bei Nasca findet man auch auf alten
                        Webereien dieser Zeit[5]
Das
                        Treppenmuster von Cahuachi bei Nasca findet man
                        auch auf alten Webereien dieser Zeit[6]
Das Treppenmuster von Cahuachi bei Nasca findet man auch auf alten Webereien dieser Zeit
Das Treppenmuster
                        kommt auch als Gefäss in der Nasca-Keramik vor
Das Treppenmuster kommt auch als Gefäss in der Nasca-Keramik vor [7]


[Und man bedenke: Die Treppenstufenmuster sind Zickzacklinien - so wie die Raumschiffe der Ausserirdischen fliegen...]


Pyramidenmuseum Antonini, Nasca
(Museo Antonini de las pirámides de Nasca)
Avenida La Cultura 600
Nasca
Tel. 0051-(0)56-523 100 / 523 444
cahuachi@terra.com.pe

Schirmherrschaft der Broschüre:
Casa Andina
Peruanische Hotelkette
Bulevar Bolognesi 367, Nasca
Tel. 0051-(0)56-523 563

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Fotoquellen
[1] der Treppentempel ("Templo del escalonado") mit Mauern im "Treppenmuster": Broschüre von Josue Lancho Rojas: Cahuachi. El centro ceremonial en adobe más grande del mundo (Cahuachi. Das weltgrösste Zeremonialzentrum aus Lehmziegeln). Ausgabe des Antonini-Museums und der Hotelkette Casa Andina, Nasca, S.10
[2] Säulenbereich ("estaquería") (01), Huarangopfähle: http://www.visitanasca.com/atrac_Estaqueria.html
[3] Säulenbereich ("estaquería") (02): The Essential Guide: Secret and Mysteries: Nasca Lines; Ediciones del Hipocampo SAC, Lima, www.hipocampo.com.pe, S.24
[4] Säulenbereich ("estaquería") (03): Broschüre von Josue Lancho Rojas: Cahuachi. El centro ceremonial en adobe más grande del mundo (Cahuachi. Das weltgrösste Zeremonialzentrum aus Luftziegeln). Ausgabe des Antonini-Museums und der Hotelkette Casa Andina, Nasca, S.12

[5] Treppenmuster auf Weberei der Nasca-Kultur (01): http://pages.pomona.edu/~glg04747/51b/images.htm
[6] Treppenmuster auf Weberei der Nasca-Kultur (02): http://www.lindakreft.com/nasca.html
[7] Treppenmuster auf einem Gefäss der Nasca-Keramik: http://www.nazcamystery.com/nazca_gallery.htm


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