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Reise Ayacucho-Andahuaylas 04: Soraccocha-Pass - Talavera - Andahuaylas

Der Soraccocha-Pass - Anden-Panorama - Abstieg nach Talavera - Ankunft in Andahuaylas - die Fahrt durch das Kartoffelzentrum von Peru: Kartoffelgeschichte, Kartoffelanbau, Kartoffelmedizin

Baumgestalt, Nahaufnahme  Anden-Iglu vor dem Waldrand, 15:52 Uhr  Sicht ins Tal auf eine Serpentine in Richtung Talavera
            und weiter unten ein Dorf 
Kartoffelfeld und Erntearbeit, 17:01 Uhr  Häuserreihe mit Wellblech und Naturstrasse  Kartoffelpflanze,
          Schema  Das Wappen von
          Ahrensfelde [37] (erste Erwähnung 1375) mit den Ähren, die
          damals nur etwa halb so gross waren wie heute 

Fotoreportage von Michael Palomino (2009)
Fotos vom 16. Februar 2009

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Aufstieg von Challhuani auf den Anden-First
Felder, Bäume und Berge
Felder, Bäume und Berge

Der Aufstieg von Uripa aus ging nun bis zum Soraccocha-Pass auf 4100 m [1], auch "Abra Saraqocha" genannt [2]. Auf dem Satellitenfoto von maps.yahoo.com sieht man genau, wohin die Reise "führt". Die Karten und Satellitenfotos von google kann man auch in diesem Fall nicht verwenden, weil bei google eine Strasse eingezeichnet ist, die die Serpentinen "abschneidet", und die es zum Teil gar nicht gibt...
Karte als beschriftetes Satellitenfoto:
                        Strecke Uripa-Talavera-Andahuaylas
Karte als beschriftetes Satellitenfoto: Strecke Uripa-Talavera-Andahuaylas

Weiler mit Wolkenbild zwischen Uripa und
                        Soraccocha-Pass
Weiler mit Wolkenbild zwischen Uripa und Soraccocha-Pass

Wir erlebten wieder schönste Andenlandschaften, mit Bäumen, Feldern und Weiden.
Hof, Felder und Baumgestalt
Hof, Felder und Baumgestalt

Das Zusammenspiel von Bäumen, Feldern und Wiesen lässt - wie immer - einer grossen Tierwelt ihren Raum, die jeweils immer zwischen Sonnenschein und Schatten wählen kann. Dieser Bauernhof scheint sehr romantisch. Nur nach dem WC darf man dort wohl nicht fragen...
Fahrt durch den Laubwald
Fahrt durch den Laubwald

Hoch gings durch den Laubwald, und am Horizont waren schon die Grasberge sichtbar.
Weites Tal mit Andenkette
Weites Tal mit Andenkette

Hier sahen wir eine letzte Zwischenebene...
Weites Tal mit Panorama Weites Tal mit Panorama

... die oberste Zwischenebene, und dahinter das Tal mit Uripa in einer tieferen Ebene.

Die abgestufte Landschaft erinnert etwas an den Tafeljura.

Bäume, Felder, Berge,
                                  Wolkenbilder Bäume, Felder, Berge, Wolkenbilder

Auf der gegenüberliegenden Seite waren wiederum Bäume, Felder und Weiden, das bekannte "Trio" des natürlichen Anbaus.

Baumgestalt und Wäldchen
Baumgestalt und Wäldchen

Die Baumgestalten beeindruckten wiederum...
Baumgestalt, Nahaufnahme
Baumgestalt, Nahaufnahme

... zum Beispiel diese Figur.
Weiden und Grasberge
Weiden und Grasberge

Die letzten Bäume waren in Sicht...
Baumgestalten mit Wolkenbild
Baumgestalten mit Wolkenbild

... und dazu immer wieder Kartoffelfelder. Wir befanden uns auf der Reise in Peru zwischen Uripa und Andahuaylas im südlichen Anden-Raum von Peru, dem Kartoffelzentrum der Welt. Die Kartoffelblüten sind weiss, rosa, violett oder blau. Die Blüten duften süsslich. Später wachsen die Blüten zu grünen Beeren heran. Die Kartoffeln selbst haben Abbruchstellen der Sprosse, die noch in der ersten Zeit menschlichen Augen glichen [80].
Lila Kartoffelblüten
Lila Kartoffelblüten [1]
Weisse Kartoffelblüten
Weisse Kartoffelblüten [2]
Kartoffelbeeren
Kartoffelbeeren [10]
Rosa Kartoffelblüten
Rosa Kartoffelblüten [8]
Blaue Kartoffelblüten [9]
Blaue Kartoffelblüten [9]
Kartoffelernte
Kartoffelernte [11]



Anden-Iglu vor dem Waldrand, 15:52 Uhr
Anden-Iglu vor dem Waldrand, 15:52 Uhr

Dieses "Anden-Iglu" ist aus Stroh bzw. aus Schilf.
Anden-Iglu, Nahaufnahme Anden-Iglu, Nahaufnahme

Die Kunst, aus natürlichem Material ein Haus zu bauen, scheint nicht nur im Urwald, sondern auch in den Anden noch präsent.

Baumgestalten und Grasberge
Baumgestalten und Grasberge


Baumgruppe und Andenketten
Baumgruppe und Andenketten


Kartoffelfeld
Kartoffelfeld

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Strassenverlauf am Grasberg und
                                  Wolkenbild
Strassenverlauf am Grasberg und Wolkenbild

Weites Tal, Baumgestalten und
                                  Panorama
Weites Tal, Baumgestalten und Panorama

Grasberge
Grasberge



Die wertvolle Kartoffel

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Kartoffelpflanze, Schema
Kartoffelpflanze, Schema

Kartoffeln werden in Reihen in den Acker gesteckt. Dann wächst pro Knolle eine Blütenpflanze heran, mit breitem Blattwerk und mit den Blüten, die dann zu giftigen kleinen Früchten werden. Gleichzeitig vermehrt sich die Knolle unterirdisch, die neuen Kartoffeln, ungefähr 8 bis 12 Stück. Die Reifezeit beträgt 4 bis 5 Monate [10] bzw. je nach Sorte 3 Monate ("Frühkartoffeln") bis 5 Monate ("Spätkartoffeln") [80,98]. Die Mutterknolle verbraucht sich dabei und kann wird bei der Ernte aussortiert [10]. Frühkartoffeln sind nicht zur Lagerung geeignet, Spätkartoffeln dagegen sehr [98].

Die geschälte Kartoffelknolle ist ein wertvolles Gemüse [7], mit 75% Wasser, durchschnittlich 17,5% Stärke [42], 15% Kohlehydrate, 2% hochwertigem Eiweiss, nur 0,1% Fett, dafür ca. 1% Mineralstoffe und Spurenelemente (Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen) [7], Selen und Chrom, und die Spurenelemente Jod, Kupfer, Mangan, Zink, Fluor und Nickel [42]. Das Kalium z.B. bewirkt schnelle Weiterleitung der Nervenimpulse, reguliert Herz und Herzmuskel, den osmotischen Druck, die Enzymaktivierung, Muskel- und Nervenerregung, Herztätigkeit und Säure-Basen-Haushalt [59].

Ausserdem enthalten Kartoffelknollen die Vitamine A, B (v.a. B1 und B2) [7], B6, Vitamin E [53] und viel Vitamin C [7], das auch nach dem Erhitzen erhalten bleibt, viel Vitamin K (für die Blutgerinnung) und biologisch wichtige Aminosäuren, Ascorbinsäure und Niacin. Neueste Forschungen belegen, dass Kartoffeln - wie Auberginen, Blumenkohl und Tomaten - winzige Mengen Nikotin enthalten [42]. Kartoffeln <enthalten kaum Fett, halten lange satt und sind schnelle Energiespender. Wer regelmässig Kartoffeln isst, stärkt auch seine Abwehrkräfte.> Wegen des hohen Vitamin C-Gehalts wird die Kartoffel in Europa auch als "Zitrone des Nordens" bezeichnet. [23] Die Kartoffel hat den doppelten Nährwert wie Getreide, und die Kartoffel braucht keinen Dreschvorgang und auch keine Kornmühle, um serviert zu werden [26]. Kartoffeln sind basisch und eine ideale Ergänzung zu saurer Nahrung [42]. <Mehlige Kartoffeln sind ideal für Püree, Puffer und Knödel, festkochende für Kartoffelsalat oder Bratkartoffel. Vorwiegend festkochend eignen sich bestens als Salz- und Pellkartoffeln> [35].

Lange Lagerung und falsche Zubereitung können aber den gesamten Vitamingehalt vernichten. Kartoffeln müssen frisch sein [20].

Bei der Zubereitung muss man vorsichtig sein: Alle grünen Pflanzenteile enthalten das giftige Solanin [14], bzw. Kartoffelschalen und grüne Stellen der Kartoffeln enthalten eine relativ hohe Konzentration an Alkaloiden (v.a. Solanin) [7], denn die Kartoffel schützt sich mit dem Solanin in ihren Schalen gegen Schädlinge [58]. Grüne Stellen der Kartoffelknollen enthalten ebenfalls das giftige Solanin und müssen weggeschnitten werden [9], und zwar immer grosszügig wegschneiden [14]. Die geschälte Knolle selbst enthält nur wenig Solanin, und auch der rohe Kartoffelsaft enthält nur wenig Solanin [64]. Eine Kartoffelvergiftungen kann bis zur Nervenlähmung mit Atemstillstand führen [14]. Das Solanin ist wasserlöslich und ist nach dem Kochen der Kartoffeln im Kochwasser [52] oder ist verdampft [5]. Geschälte Kartoffeln in Wasser gekocht sollte man nur mit etwas Kümmel kochen, aber ohne Salz, denn das Salz schwemmt sonst das Kalium aus [52]. Die Zubereitung von "Salzkartoffeln" ist also widersinnig [5], bzw. das Verfahren, durch das Salz eine höhere Wassertemperatur und einen schnelleren Garvorgang zu erreichen [82] hat seinen gesundheitlichen Preis [5]. Bei zu langem Kochen beträgt "der Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen bei Salzkartoffeln um [die] 25%" [53]. Deswegen ist das Dünsten der geschälten Kartoffeln besser, denn dann wird dann bleibt fast alles drin in der Kartoffel [55]. Ungeschälte Kartoffeln verlieren nichts, weder beim Kochen noch beim Dünsten. Gebackene Kartoffeln in Alufolie erleiden hohe Temperaturen und dadurch einen teilweise Verlust des Nährgehalts [59].

Die ganz armen Leute bekamen in Europa früher nur die Kartoffelschalen zu essen, die die Küche der Reichen übrigliess. Die Kartoffelknollen mit Schale zu essen bringt keinen Vorteil [9], denn der Vitamingehalt der Kartoffelknolle ist im Zentrum am höchsten und nimmt nach aussen hin ab [43]. Die Frühkartoffeln - so empfehlen viele Köche - schmecken aber besser mit der Schale [42]. Dass die Schale 7 mal so viele Vitamine enthält wie das Fruchtfleisch, das ist nur bei Äpfeln und Birnen so [43]. Die ganz armen Leute bekamen also absolut vitaminlose Kartoffelschalen. Einen basischen und ausgleichenden Effekt haben die Kartoffelschalen, an denen noch etwas Substanz dranhängt, aber wohl trotzdem noch...

Kartoffeln in Peru

Die Kartoffel in den Anden des heutigen Süd-"Amerika" wuchs zuerst wild und wurde dann gezüchtet, z.T. mit entgiftendem Effekt. Der Kartoffelanbau geht gemäss Funden bis auf 7000 v.Chr. zurück (Chilca-Tal). Die Eingeborenen verfügten über Kartoffeln in allen Variationen, "von rot bis rosa, von orangefarben bis gelb, süss oder bitter schmeckend, stark mehlig oder fast butterzart". Für jedes Milieu oder je nach Bedarf wurden neue Kartoffeln gezüchtet mit Querbestäubungen etc. Kartoffeln werden v.a. in den Höhenlagen angebaut, wo der bewässerungsintensive Maisanbau und der Maniok-Anbau nicht mehr möglich ist. Vor den Inkas waren es u.a. die Kulturen der Wari und der Tiwanaku [76].

Die Kartoffeln der Inkas haben oft eine längliche, oft gekrümmte Form mit Wülsten (unangenehm zum Schälen [5]). Die Anden verfügen über frostharte Kartoffeln, die man noch bis über 5000 m Höhe anpflanzen kann, die aber wegen ihrer Bitterstoffe behandelt werden müssen [76]. Die Kartoffeln der peruanischen Anden waren zudem [und sind bis heute zum Teil, das habe ich selbst gesehen] eher kleine Knöllchen, viel kleiner als die heutigen Kultur-Kartoffeln in Europa, nur nussgross, männlichen Hoden ähnlich [80]. Die grossen, runden, ovalen und glatten Kartoffeln sind europäisch-nord-"amerikanische" Zuchtformen [76].

Kartoffeln in
                                      allen Formen in Gelb, Rot, oder
                                      auch Blau oder Schwarz [4]
Kartoffeln in allen Formen in Gelb, Rot, oder auch Blau oder Schwarz [4]
Kartoffeln in
                                      allen Formen in Gelb, Rot, oder
                                      auch Blau [5]
Kartoffeln in allen Formen in Gelb, Rot, oder auch Blau oder Schwarz [5]

Bezüglich Kartoffelanbau wurde in Lima (im reichen Regierungsstadtteil "La Molina" [11]) das ein Internationales Kartoffelinstitut gegründet, das "Internationale Kartoffelzentrum" (span.: "Centro Internacional de la Papa" (CIP), www.cipotato.org [11]) [7] mit dem Ziel, eine "Wunderkartoffel" zu züchten [76]. Dort werden 100 wilde und 3800 in den Anden traditionell kultivierten Kartoffelsorten verwaltet [7] bzw. in vitro werden 4500 Kartoffelsorten und Samen von 1100 Kartoffel-Wildart-Sorten gespeichert, sowie 5000 Sorten Süsskartoffeln in vitro und "etliche Samen". Die Wissenschaftler des Kartoffelzentrums beschäftigen sich mehr mit sich selbst als mit Kartoffelbauern, und die "Wunderkartoffel" wurde bisher noch nicht gefunden... [76]

Die Kartoffelsorten (die Knollen) unterscheiden sich in Sachen Reifezeit (frühreif, mittelfrühreif, mittelfrüh-späte Kartoffelsorten), bezüglich festkochend oder mehlig kochend, oder sonstig (Veredelungskartoffeln, Wirtschaftskartoffeln mit hohem Stärkegehalt, Futterkartoffeln oder Pflanzenkartoffeln). Kartoffelfarben sind gelb, rot oder blau [bis schwarz], Fleischfarben können weiss, hellgelb oder gelb sein, die Knollen können länglich, oval, kugelrund oder nierenförmig sein, und auch die Schalen können verscheiden rau sein [7]. Man sieht auf den Fotos runde, ovale, möndchenförmige, wurmförmige oder traubenartige Kartoffeln, in Hellgelb, Dunkelgelb, Orange-Rot, Bordeaux-Rot, Tintenblau, Violett und Schwarz. Es fehlen die Angaben über Konsistenz und Geschmack. Vielleicht fehlt da ein Online-Kartoffellexikon...

Bäume, Felder und Grasberge
Bäume, Felder und Grasberge

Kartoffelfeld, Baumgestalt,
                                      Strassenverlauf und Grasberge
Kartoffelfeld, Baumgestalt, Strassenverlauf und Grasberge

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Kartoffelgeschichte Peru-Europa - Zierpflanze, dann erst Nutzpflanze

Mit der Kartoffel beschäftigen sich spezielle "Kartoffelhistoriker" [90]. Die Kartoffel stammt aus dem heutigen Peru und aus dem heutigen Bolivien [80], das früher zu Peru gehörte [94], dem Gebiet des Titicaca-Sees, das "Genzentrum" der Kartoffel. Die verschiedenen Kulturen Süd-"Amerikas" entwickelten jeweils eigene Bezeichnungen für die Kartoffel - ein Zeichen für eine lange Anbautradition [76]. Die These, wonach die Kartoffel aus Chile stammt, wurde in den 1920er Jahren vom russischen Botaniker Vavilov in Umlauf gebracht, um den Nationalstolz der Chilenen zu stärken [80]. Aus Chile stammen aber nur einige Züchtungen von der Insel Chiloé, wo der südlichste Hafen der spanischen Besetzer war. Charles Darwin konnte auf seiner Chile-Reise auf der Insel Chiloé 1832 / 1837 keinen Kartoffelanbau finden. Generell betreiben die Ureinwohner Chiles an der Küste kaum Ackerbau, sondern Fischfang [80]. Nun, zwischen Peru und Chile herrscht seit dem Salpeterkrieg (1879-1884) und seit der chilenischen Ausdehnung nach Norden ein dauernd gespaltenes Verhältnis. Peru fordert Provinzen zurück, und Chile beneidet Peru weiterhin wegen seiner Artenvielfalt - da Chile keinen Urwald hat. Irgendjemand hat Vavilov dann auf einer seiner Reisen scheinbar dazu manipuliert, in den 1920er Jahren die Behauptung aufzustellen, die Kartoffel stamme aus Chile... [5]

Kartoffelgeschichte: Indigenas - Inkas

Aus der Knollen-Wildpflanze züchteten die Anden-Kulturen des heutigen Peru 2000 bis 3000 verschiedene Kartoffelsorten. Die Ausbreitung beschränkte sich auf Süd-"Amerika", denn der Urwald am Isthmus des heutigen Panama war undurchdringlich. Deswegen gab es in Mittel-"Amerika", in der Karibik und in Mexiko vor Kolumbus keinen Anbau der Anden-Kartoffel [76]. In Mittel-"Amerika" gab es dafür die Süsskartoffel [75], die in ganz "Amerika" vorkam, zumindest bis Nord-Peru [76]. Wilde Kartoffeln kamen wiederum in Nord-"Amerika" vor, z.B. bei den Navajos [76].

Die Jäger und Sammler entwickelten Gemüsezüchtungen ("Kulturpflanzen" Kürbis, Bohne, Mais) und die Bewässerung, und so wurden sie auch in trockeneren Regionen sesshaft [76]. Kulturen mit Kartoffelanbau vor den Inkas waren:
-- die Region rund um den Titicaca-See (heute Peru und Bolivien), wo sich Hochkulturen bildeten, weil der See die die Umgebungstemperatur positiv beeinflusst ("titi"=Aymara: Puma; "caca"=Ketschua: Felsen), und so liessen sich dort auf bewässerten Feldern noch auf über 4000 m Kartoffeln, Mais, ­Bohnen und Quinoa  anbauen  [76]
-- die Tiwanaku am Titicaca-See (bis ca. 1000) mit einem Anbauverfahren mit Kanälen und Hügeln, das eine frostschützende Nebeldecke bildete [76]
-- die Aymara am Titicaca-See (bis ca. 1000) entwickelten über 200 Kartoffelsorten [76]
-- die Mochica-Kultur Nord-Perus (ca. 850-1500) baute viele Gemüse an, auch Kartoffeln und Süsskartoffeln, und sie kannten einen Dünger aus Vogel-Guano mit Lamamist und Wasser [76].

Kartoffelfeld und Grasberge
Kartoffelfeld und Grasberge

Kräuterfeld, Kreuze und
                                      Wolke
Kräuterfeld, Kreuze und Wolke

Diese auffälligen Kreuze sind sehr merkwürdig. Irgendein Landbesitzer hat sich hier einen Scherz erlaubt. Die Kreuze kommen auch auf anderen Webseiten vor.

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Die Anden-Kulturen assen nicht nur traditionell den Körper des erschlagenen Feindes, um die Energie des Feindes in sich aufzunehmen (sie waren "Menschenfresser", in: Friedrich Wollner 1970 [79]), sondern kannten auch traditionelle Verfahren zur Gefriertrocknung bestimmter Kartoffelsorten, um eine ganzjährige Versorgung zu garantieren: Die zuerst gekochten, dann gepellten und dann gefriergetrockneten Kartoffeln (mit mehrfachem Frieren in der Nacht und Auftauen an der Sonne am Tag) sind die "chuños" und die "moroya" und sind bis zu 4 Jahre haltbar und werden durch Einweichen wieder essbar. Die Chuño-Knolle galt auch als Tauschmittel und Handelsobjekt an der Küste. Chuños waren der Proviant der Anden-Heere [76]. Inhaltsstoffe der Chuños: <Chuños bestehen aus nur noch rund fünfzehn Prozent Wasser, sechs Prozent Rohprotein, ein halbes Prozent Rohfett, eineinhalb Prozent Rohfaser und fast fünfundsiebzig Prozent stickstofffreie Extraktstoffe.> [76] 

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Weisse und
                                      schwarze Chuños
Weisse und schwarze Chuños [12]

Inkas: Die Inkas pflanzten traditionell neben Feldern immer auch Bäume an, um durch die Nährstoffversorgung des Bodens zu harmonisieren und zu fördern [76]. So ergibt sich das Zusammenspiel, eine "Einheit" von Bäumen, Feldern und Weiden: Baumreihen begrenzen die Felder und Weiden, oder Baumgruppen stehen mitten in Feldern und Weiden [5]. Und die Blätter der Bäume sind ausserdem ein guter Dünger [102].

Die Kartoffel und der Mais brauchten nicht viel Pflege und gaben den theokratischen Diktatoren die Möglichkeit, monumentale Bauten und Pyramiden bauen zu lassen. Die Kartoffel mit all ihren gesundheitsfördernden und geistig stimulierenden Inhaltsstoffen war die Voraussetzung für die Inka-Hochkultur, die ein durchorganisiertes Schulsystem und ein hochstehendes medizinisches System unterhielt. Bei den Inkas wurden Tribute auch in Form von gefriergetrockneten Kartoffeln (chuños) bezahlt, und Chuños wurden auch den Toten beigegeben. Es wurden schwarze, schwarz-braune und weisse Chuños gefunden. In Süd-"Amerika" waren über 250 Kartoffelsorten bekannt, als die spanischen Besetzer das Inka-Reich zerstörten [76].

Kartoffelgeschichte: Christoph Kolumbus in der Karibik mit der Süsskartoffel

Kolumbus in der Karibik [ab 1492] fand die Süsskartoffel. Die normale Kartoffel in Peru wurde erst später gefunden und nach Europa gebracht. Kolumbus brachte dann einige Süsskartoffeln nach Europa mit, nicht zum Essen, sondern nur zum Untersuchen, denn die "christlichen" Rassisten beharrten auf ihren europäischen Lebensmitteln und Viehzucht, mit denen sie auch die Landwirtschaft der Karibik zerstörten (Weizen, Monokulturen, Viehhaltung mit Trampeltieren, die den Boden verdichteten etc.) [75]. Die Seeleute aber ernährten sich auf den langen Schiffsreisen gerne mit den Süsskartoffeln (Bataten), und in Italien wurde die Süsskartoffel wegen der dichten Bevölkerung bald auch auf breiter Basis angebaut. Kolumbus soll in Spanien den Feldanbau veranlasst haben, an Spaniens Südwestküste in Huelva, Palos, und in Bayona [80]. Die Süsskartoffel entwickelte sich in Europa dann zur eher geschmackschwachen Bintje [82].

Kolumbus und die Süsskartoffel
Colón traíba el
                                          camote
Kolumbus brachte die Süsskartoffel [70]
Christoph Kolumbus,
                                      Portrait
Christoph Kolumbus [13] brachte aus der Karibik die Süsskartoffel
Karte von Spanien
                                                  um 1600 mit Huelva und
                                                  Palos (links unten)
                                                  und Bayona (rechts
                                                  oben, heute Bayonne)
Karte von Spanien um 1600 mit Huelva und Palos (links unten) und Bayona (rechts oben, heute Bayonne)
Karte mit Huelva
                                                  und Palos um 1600
Karte mit Huelva und Palos um 1600, Anpflanzgebiet der ersten Süsskartoffeln
Karte mit Bayona
                                                  (heute Bayonne) an der
                                                  Grenze zu Spanien, um
                                                  1600
Karte mit Bayona um 1600 (heute Bayonne) an der Grenze zu Spanien, Anpflanzgebiet der ersten Süsskartoffeln


Kartoffelgeschichte: Die Anden-Kartoffel aus Peru (Biru) in Spanien und Italien

Dann folgte die peruanische Kartoffel: Die Anden-Kartoffeln werden von europäischen Historikern auch als das "Gold der Inkas" bezeichnet [24]. In Peru selbst werden über 3000 Kartoffelsorten angebaut, die grösstenteils wegen der speziellen klimatischen Bedingungen nur in Peru selbst wachsen [7]. Chile hat kaum Kartoffelanbau (Insel Chiloé) [76]. Lange meinten die europäischen Historiker, der englische Pirat Sir Francis Drake habe die Kartoffel nach Europa gebracht, und es wurden entsprechende Denkmäler aufgestellt [26]. Aber die historische Forschung der Kolonialakten im 20. Jh. änderte dieses auf England zentrierte Geschichtsbild, denn die spanischen Kolonialisten brachten die Kartoffeln zuerst und verbreiteten sie über die Häfen und über den Vatikan. Insgesamt gab es drei Verbreitungswege: über Spanien und Italien, über Holland, und über Irland und England [35].

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Tierherde mit Panorama zwischen Uripa und Talavera (01)

Tierherde mit Panorama zwischen
                                  Uripa und Talavera (02)
Tierherde mit Panorama zwischen Uripa und Talavera (02)

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Francisco Pizarro [14]
                                        entdeckte für Europa von Norden
                                        her die Anden-Kartoffel
Francisco Pizarro [14] entdeckte für Europa von Norden her die Anden- Kartoffel
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Diego de Almagro [15]
                                        entdeckte für Europa von Süden
                                        her die Anden-Kartoffel
Diego de Almagro [15] entdeckte für Europa von Süden her die Anden-Kartoffel
Genauer: Pizarro 1528 (von Tumbes her) und Almagro (von Chile her) entdeckten in den Anden jeweils die Kartoffelkulturen [82]. Die Kartoffel erreichte dann zuerst Mexiko - aber nur als Verpflegung der Eingeborenen (Indigenas) [76]. Die spanisch-rassistischen Kolonialisten brachten Kartoffeln zuerst nach Gran Canaria, um dort den Anbau zu kultivieren und schliesslich die Kartoffel in Spanien und in Mitteleuropa (Antwerpen und Rouen) einzuführen [7,82].  Über Spanien kam eine rote Kartoffel nach Europa, über England später eine gelbe. Es waren bereits von den Inkas gezüchtete Kartoffeln, also keine "Urkartoffeln" mehr [43]. Die Kartoffel kam nicht allein: Aus den neuen Kolonien kamen u.a. auch Bohnen, Mais, Tabak, Ananas, Tomate, Kautschuk, und Topinambur, wobei für Kartoffeln und Topinambur oft dieselbe Bezeichnung benutzt wurde. Zuverlässige Quellen sind also nur diejenigen, wo Kartoffel und Topinambur genau unterschieden wurden, also bei Steuer- oder Zehnten-Dokumenten [80]. Topinambur verwurzelt sich z.B. sehr viel mehr im Feld und ist kaum mehr wegzukriegen, und deswegen wurde der Topinambur dann auch nicht mehr gross angebaut [82], bzw. anfangs war der Topinambur aus Brasilien noch Konkurrenz für die Kartoffel, aber der süsslich-fade Geschmack und der unkrautartige Wuchs (wie Brombeeren), der die 3-Felder-Wirtschaft verunmöglichte, bewirkten, dass Topinambur kaum mehr angebaut wurde [29].

Topinambur
Topinambur, die
                                        Blattanordnung [16]
Topinambur, die Blattanordnung [16]
Topinambur, Blüte
                                        mit Blattanordnung
Topinambur, Blüte mit Blattanordnung [17]
Topinambur,
                                        Knollen
Topinambur, Knollen [18]
In den Aufzeichnungen hatten die Kartoffel und der Topinambur oft dieselbe Bezeichnung. Die Pflanzen haben aber teilweise entscheidend verschiedene Eigenschaften, so dass sich die Kartoffel durchsetzte...


Um 1530 brachte Pedro de Cieza, ein spanischer Kolonialist unter Pizarro, erste Anden-Kartoffeln nach Europa mit der Angabe, sie sei mit Kastanien vergleichbar [15].

Verschiedene Erzählungen berichten, wie die Kartoffel nach Italien kam: Der erste Anbau war Anfang 16.Jh. in der Toskana, oder die "Barfüsser" brachten die Kartoffel nach Nord-Italien (Peter Magazini 1623), oder Clusius oder Theresia von Avila oder




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Karte Frankreichs mit der
                                        Markierung der Ardèche
Karte Frankreichs mit der Markierung der Ardèche [20]
Jacques Dubois (Jacobus
                                        Sylvius), Profil [19];


Jacques Dubois (Jacobus Sylvius), Profil [19]; als Arzt  behauptete er, die Kartoffel sei allgemein unverdaulich...
Cardano wars gewesen. Auch in Italien war die Kartoffel aber nur für die Armenschicht. Die reichen Bürger zierten sich [82]. In Italien wurde die Kartoffel Papst Clemens VII. (1478-1543 [16]) präsentiert [15].

In Frankreich soll der Franziskaner Pierre Sornas im Jahre 1540 im Weiler Becuze [bei google maps nicht auffindbar] die ersten Kartoffeln angebaut haben, als er von Spanien von Toledo nach Frankreich in die Ardèche zurückkehrte. Aber schon die ersten Kartoffelpflanzungen wurden in Frankreich intellektuell bekämpft: Arzt Jacques Dubois (genannt Sylvius) (1478-1555 [32]) aus Montpellier schrieb in seinen Ernährungshinweisen zwischen 1542 und 1546, die "besondere Kost" der "Armen" [die Kartoffel] sei allgemein unverdaulich, aber der "Konstitution" der Armen "perfekt angepasst" [29]. Die Armen und Unterernährten Europas profitierten vom hohen Vitamin C-Gehalt der Kartoffel [26]. So konnten die Armen auf Brot und Butter verzichten (Johann Georg Leopoldt [Mozart?] 1759) [82].

Anden-Kartoffeln aus Cusco erreichten vom kolumbianischen Hafen Cartagena aus um 1550 erstmals den spanischen Hof [17]. Der kranke Papst Pius IV. erhielt im Jahre 1566 einige Kartoffelknollen von Phillip II. aus Spanien zugeschickt, offenbar als kräftigendes Heilmittel (Tonikum) gedacht [17]. Danach provozierten die neuen Anbaumethoden von Kartoffeln und Mais den Vollzug der Kalenderreform, der "Gregorianische Kalender", der sich nicht mehr verschob [82].

Kartoffeln auf Schiffen - Piraten mit Kartoffel besser ernährt als die Adligen ohne Kartoffel

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Piratenschiff (hier ein
                                        Nachbau in Guayaquil); Piraten
                                        stammten aus den unteren
                                        Schichten und waren sich
                                        Kartoffeln gewöhnt, und lebten
                                        deswegen gesünder als die
                                        Adligen auf den Adelsschiffen,
                                        die die Kartoffel verweigerten

Piratenschiff (hier ein Nachbau in Guayaquil) [21]; Piraten stammten aus den unteren Schichten und waren sich Kartoffeln gewöhnt, und lebten deswegen gesünder als die Adligen auf den Adelsschiffen, die die Kartoffel verweigerten
Die Kartoffel war unter Seemännern beliebt wegen ihres hohen Vitamin C-Gehalts und der vorbeugenden Wirkung gegen Skorbut [26] und wurde entsprechend um die Hafenstädte schon früh angebaut [38], z.B. rund um den spanischen Haupthafen Sevilla ab ca. 1570 [17]. Die Schiffsbesatzungen führten als Proviant u.a. getrocknete Kartoffeln mit und fortan verschwanden bei mit Kartoffeln ernährten Schiffsbesatzungen die Krankheiten Skorbut (Vitamin C-Mangel), Beri Beri (durch Reis-Mono-Ernährung) und Pellagra (durch Mais-Mono-Ernährung). Dabei war bei den Normannen eigentlich schon Zwiebelkonsum präventiv gegen Skorbut eingeführt worden, was aber von den italienischen und spanischen Seeleuten nicht kopiert worden war. Auf Piratenschiffen wurden generell mehr Kartoffeln gegessen als auf Schiffen der Adligen - und die Piraten waren besser ernährt, denn sie kamen aus der Unterschicht und waren sich Kartoffeln bereits gewohnt... [82].

Die Anden-Kartoffel in Spanien

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Das
                                        "Hospital de la
                                        Sangre" in Sevilla, Fassade
                                        [22]; hier wurde den Patienten
                                        Kartoffeln gegeben, um schneller
                                        gesünder zu werden
Das "Hospital de la Sangre" in Sevilla, Fassade [22]; hier wurde den Patienten Kartoffeln gegeben, um schneller gesünder zu werden

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José
                                        de Acosta, Profil [23]. Acosta
                                        berichtete, die Eingeborenen in
                                        Peru ässen die Kartoffel wie
                                        Europäer das Brot

José de Acosta, Profil [23]. Acosta berichtete, die Eingeborenen in Peru ässen die Kartoffel wie Europäer das Brot
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Innerhalb Spaniens baute man bald auch in Galizien, Andalusien, an der Sierra Nevada und in Alt-Kastilien Kartoffeln an, von wo die Kartoffeln dann nach Genua gelangte [82]. Dokumente belegen, dass z.B. das Spital "Hospital de la Sangre" in Sevilla für die Kranken Kartoffeln einkaufen liess (ab 1573) [17]. Ab 1576 war der Kartoffelkonsum in spanischen Klöstern normal [82]. Bis Ende des 16.Jh. waren die Kartoffeln aber noch ein Nischenprodukt, das zuerst nur pfundweise, dann in Einheiten von 5-6 kg gehandelt wurde ("Arroba") [17]. Acosta berichtete 1590, die Indigenas (Ureinwohner) der Anden würden die Kartoffel essen wie die Europäer in Europa das Brot [82] (Jesuitenpater José de Acosta, Bericht 1590 [84]). Die gefriergetrockneten Kartoffelchips, die "Chuños", wurden von den spanischen Kolonialisten übernommen: Weisse Chuños wurden in Spanien zur Mehlherstellung eingeführt [76].

Die Kartoffel als "schöne Blume" und Heilpflanze im restlichen Europa

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Kartoffeln kamen zuerst
                                          als "schöne Blume"
                                          in Ziergärten, botanische
                                          Gärten, Universitätsgärten und
                                          Lustgärten, hier ein
                                          Lustgarten in Stuttgart von
                                          1616 [24]
vergrössernKartoffeln kamen zuerst als "schöne Blume" in Ziergärten, botanische Gärten, Universitätsgärten und Lustgärten, hier ein Lustgarten in Stuttgart von 1616 [24]

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Plan eines Arznei- und
                                          Klostergartens, z.B. St.Gallen
                                          820 [25]; Kartoffeln wurden
                                          als Heilpflanze in
                                          Klostergärten integriert. Und
                                          die Naturmediziner fanden die
                                          Kartoffel wegen der giftigen
                                          Blätter und Beeren
                                          "interessant"...
vergrössernPlan eines Arznei- und  Klostergartens, z.B. St.Gallen 820 [25]; Kartoffeln wurden als Heilpflanze in Klostergärten integriert. Und die Naturmediziner fanden die Kartoffel wegen der giftigen Blätter und Beeren "interessant"...
Die Kartoffel im botanischen Garten: Im restlichen Europa ausserhalb der grossen Kolonialmacht Spanien [5] wurde die Kartoffel vom Adel zuerst nur wegen ihrer schönen Blüte oder wegen ihrem reichen Laub angepflanzt [7], in Ziergärten und in botanischen Gärten gehalten, zusammen mit Tomaten-, Mais- und Kaffeepflanzen [8]. Kartoffeln bekamen wegen ihrer schönen Blüten ihren Stammplatz in Universitäts- und Lustgärten der Fürsten und galten als "wertvolle botanische Rarität". Den Wert als Nutzpflanze wurde zuerst kaum erkannt [17]. Ausserdem bekam die Kartoffel - wie jede andere neue Pflanze aus "Amerika" - in den Klostergärten ihren Stammplatz, um neue pflanzliche Heilmethoden zu erforschen. Und da waren noch die Beschreibungen, dass indianische Zauberkräfte Menschen in Tiere verwandeln könnten. Das machte die Sache mit den "amerikanischen" Pflanzen nur noch interessanter (Gonzalo Francisco de Oviedo y Valdés 1553) [80]. Und generell finden Naturmediziner giftige Pflanzen immer "interessant". Gewisse Parallelitäten zur giftigen Tollkirsche (die durch Alkaloide stimulierend wirkte [85]) waren zu erwarten. Der Verdacht, dass die Kartoffel ein sexuell anregendes Mittel sei, liess die Kartoffel erst recht in den adligen Gärten erscheinen - neben der z.T. giftigen Tomate. Die Aussicht auf ein natürliches Potenzmittel für "eheliche wercke" gab der Kartoffel in den fürstlichen Gärten ihren Stammplatz [82]. Erst am Schluss wurde die Kartoffelknolle auch von der breiten Masse gegessen [43] - und für eine starke Armee und einen "Sieg" [5]. Dabei war die Kartoffel lange von der Steuer oder vom Zehnten befreit, war aber dadurch immer wieder Objekt der Auseinandersetzung, ob man nun den Zehnten auf die Kartoffel erheben solle oder nicht. Gleichzeitig gab es viele Pflanzenbücher, die die Kartoffel komplett verschwiegen [80]. Die Kartoffel kam nicht allein: Auch die Laus im Weinberg stammt aus "Amerika"... [82]

Viehfutter: Die Knollen wurden auch als Viehfutter verwendet [8,24], speziell für Schweine [34]. Die Kartoffelknolle wurde also relativ schnell zum Schweinefutter, und die Schweine wurden nicht mehr in die Wälder getrieben, um Eicheln zu fressen, sondern immer mehr in Ställen "gehalten" [7], die erste Massentierhaltung. Nun wurde die Kartoffel aber immer wieder als "Schweinefutter" bezeichnet, das die Menschen nicht essen sollten... [5]

Der Botaniker De l'Ecluse mit der Kartoffel

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Charles de
                                      l'Écluse (lat.: Carolus Clusius),
                                      Portrait
Charles de l'Écluse (lat.: Carolus Clusius), Portrait [6], nannte die Kartoffel "Trüffel"

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Karte von Holland
                                        mit der Position von Leiden
                                        zwischen Den Haag und Amsterdam
                                        [26], die Wirkungsstätte von
                                        Botaniker De l'Ecluse als
                                        Professor
Karte von Holland mit der Position von Leiden zwischen Den Haag und Amsterdam [26], die Wirkungsstätte von Botaniker De l'Ecluse als Professor

Das "Heilige Römische
                                        Reich Deutscher Nation" im
                                        Jahre 1560, Karte [27], es
                                        reichte von Cambray bis
                                        Pressburg (heute Bratislava) und
                                        von Hamburg bis Florenz.
                                        Botaniker De l'Ecluse liess in
                                        diesem Gebiet die Kartoffel
                                        verbreiten.
vergrössernDas "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" im Jahre 1560, Karte [27], es reichte von Cambray bis Pressburg (heute Bratislava) und von Hamburg bis Florenz. Botaniker De l'Ecluse liess ab 1593 in diesem Gebiet  die Kartoffel verbreiten.
Der päpstliche Gesandte brachte die Kartoffel auch nach Mons in die spanischen Niederlanden (heute Belgien [5]). Der Präfekt von Mons, Philippe des Sivry, sandte 1588 dem flandrischen Botaniker Charles de l'Ecluse (lat.: Carolus Clusius (1526-1609 [18]) zwei Kartoffelknollen und eine Kartoffelfrucht, und De l'Ecluse liess die Kartoffeln noch im gleichen Jahr am Wiener Hof unter Kaiser Maximilian II. im Botanischen Garten anbauen [17]. De l'Ecluse nannte die zu dieser Zeit noch kleine, ihm vorgezeigte Kartoffel "kleine Trüffel" [15]. De l'Ecluse, der ab 1589 im protestantischen Frankfurt am Main und in Kassel am Hof von Wilhelm IV. wirkte, bekam vom Präfekt von Mons, Sivry, ein Kartoffelaquarell zugeschickt - das erste Kartoffelbild Europas. Ab 1593 konnte De l'Ecluse als Professor der Universität Leiden in Holland die Kartoffel bekanntmachen und liess sie durch seine Korrespondenten im gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verbreiten [17].

In England war die Kartoffel erst ab 1586, und die erste sichere Quelle über Kartoffelanbau in Irland stammt von 1606 [17]. In Frankreich war die Kartoffel ab 1665 im Kräutergarten des Hofs vertreten, aber der Kartoffelanbau blieb bis ins 18.Jh. auf einige einzelne Regionen beschränkt (Dauphiné bzw. mittleres Rhonetal bis zur Durance in den Alpen, Vogesen, Elsass, Zentralmassiv, Lothringen und Bretagne mit den Amerika-Häfen). Dort, wo die Kartoffel angebaut wurde, wuchs die Bevölkerung jeweils stärker an [29].

Etwas Ethymologie (Wortherkunft) in Sachen "papa", "Kartoffel", "pomme de terre" etc.

Die Eingeborenen
                                          der Karibik (z.B. hier Tahino
                                          / Taino aus Puerto Rico [28]),
                                          nannten die Kartoffel
                                          "papay",
                                          "papaw" oder
                                          "paupau", und die
                                          Spanier nannten die Kartoffel
                                          dann einfach "papa"
Die Eingeborenen der Karibik (z.B. hier Tahino / Taino aus Puerto Rico [28]), nannten die Kartoffel "papay", "papaw" oder "paupau", und die Spanier nannten die Kartoffel dann einfach "papa"
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Der Trüffelpilz
                                          [29] stand Pate bei der
                                          Namengebung für die Kartoffel,
                                          zuerst zu Deutsch
                                          "Tartuffel", dann
                                          durch einen Schreibfehler
                                          "Kartuffel"
Der Trüffelpilz [29] stand Pate bei der Namengebung für die Kartoffel, zuerst zu Deutsch "Tartuffel", dann durch einen Schreibfehler "Kartuffel"
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Göttin
                                          "Pomona", die
                                          römische Göttin für Früchte
                                          und Gemüse [30] stand Pate bei
                                          der Bezeichnung für den Apfel
                                          (lat. "pomum"), und
                                          dann auch für die Kartoffel in
                                          Frankreich ("pomme de
                                          terre")
Göttin "Pomona", die römische Göttin für Früchte und Gemüse [30] stand Pate bei der Bezeichnung für den Apfel (lat. "pomum"), und dann auch für die Kartoffel in Frankreich ("pomme de terre")

Die spanische Bezeichnung "papa" kam von den karibischen Bezeichnungen "papay", "papaw" oder "paupau" her. Die Kartoffelknollen wurden schon in der ersten Anbauzeit in Andalusien "papa" genannt. Mit der Bezeichnung für den Papst "el papa" hat die Kartoffel also nichts zu tun [76]. Die Bevölkerungen Europas erfanden alle eine eigene Bezeichnung für die Kartoffel und übernahmen die "amerikanische" Bezeichnung "papa" der Karibik nicht [82]. Die Kartoffel wurde in Italien als Trüffel, also als "truffole" oder "trifola" bezeichnet, die Kartoffelbauern in Frankreich als "truffoliers". In den deutschsprachigen Regionen wurde die Knolle "Tartuffel" genannt. Durch irgendeinen Schreibfehler in Frankreich oder in der Schweiz wurde dann das "T" zum "C" und so die "tartufle" bzw. "Tartuffel" zur "cartufle" bzw.  "Kartoffel" [29]. Eine Lautverschiebung war es nicht, denn von t nach k verschoben sich keine Laute [92].

Der lateinische Name "solanum" wurde der Kartoffel von Bauhin gegeben (Caspar Bauhin, Professor der Anatomie und der Botanik in Basel [86], 1560-1624 [87], auch Gaspard geschrieben), der die Blätter mit Tomatenblättern und die Blüte und den Blütenduft mit Auberginenblüten verglich (Latein: solanem, zu Deutsch: ruhig, geruhsam), siehe Bauhin: »Phytopinax«. Die deutschen Bezeichnung "Grüblingsbaum" oder "Grübling Baum" waren falsch, denn die Kartoffel ist kein Baum. Andere Bezeichnungen waren "Erdbirne" oder  "Erd-Nuss" bzw. "Erdtnuss" (Wilhelm IV. von Hessen-Kassel 1591) [82]. Die Bezeichnungen als "Erdapfel", "pommes de terre" etc. geht auf die Sitte der alten griechischen Kultur zurück, alle Früchte als variierte "Äpfel" zu bezeichnen [29]. Das französische Wort "pomme" für Apfel ist von der römischen Früchte- und Gemüsegöttin "Pomona" abgeleitet, bzw. Lateinisch ist "pomum" der Apfel [29,93]. Die Überlieferung über die wohlgestaltete Pomona besagt, sie sei vom Gott der Jahreszeiten, Vertumnus, umworben worden (Ovid: Metamorphosen) [29]. Die Pomona-Geschichte wurde verschieden vertont, gemalt [93] oder auch gebildhauert [29], bei Rubens mit einer Ausstrahlung mit einem "Appetit auf mehr" [29,93]. Und so kamen die Apfel-Geschichten auch dem "Erdapfel" zugute: Liebeszauber [5].

Interessant ist auch generell die sprachliche Seite: Normalerweise übernahm man mit der fremden Sache auch das fremde Wort, z.B. aus dem Arabischen  etc. Nur bei der Kartoffel bildeten sich sehr rasch und überall eigene Bezeichnungen (Neuschöpfungen), ausser in Spanien mit dem Wort "papa" [88].

Felder und Weiden über der
                                        Baumgrenze zwischen Uripa und
                                        Talavera / Andahuaylas in Peru,
                                        Panorama der Grasberge und
                                        Wolken zum "Greifen
                                        nah"
Felder und Weiden über der Baumgrenze zwischen Uripa und Talavera / Andahuaylas in Peru, Panorama der Grasberge und Wolken zum "Greifen nah"

Weiden und Grasberge
Weiden und Grasberge an der aufsteigenden Strasse

Brache Felder, Bäume und
                                        Grasberge
Brache Felder, Bäume und Grasberge

Hof und Panorama

Hof und Panorama

Haus mit Strohdach wurde wieder normal. Hier leben die Menschen ohne Strom, ohne Handy und ohne Fernseher. Sie leben mit der Natur im Rhythmus der Tiere und der Felder.

Strassenverlauf und
                                        Panorama am Soraccocha-Pass
Strassenverlauf und Panorama am Soraccocha-Pass

Ungefähr hier war der Soraccocha-Pass auf 4100 m [1], auch "Abra Saraqocha" genannt [2], bzw. auf 4150 m [3]. Wie so oft in Peru sind die geografischen Höhenangaben ziemlich unterschiedlich. Schlaglöcher gab es kaum. Der Bus konnte zügig durchfahren.

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Gerüchte und Agitation gegen die Kartoffel - und klimatische Schwierigkeiten der Anden-Kartoffel

Das Essen der Pflanzenteile: Durch unsachgemässe Verwendung der Kartoffelpflanze kam es in Europa dazu, dass anfangs auch die oberirdischen, giftigen Pflanzenteile gegessen wurden, mit heftigen Vergiftungen als Folge. So entstand in Europa das pauschale Gerücht, dass Kartoffeln giftig seien, und die Bauern verweigerten lange den Anbau dieser giftigen Pflanze [20]. Die Kartoffel wurde auch beschuldigt, zu erdig zu sein und durch die erdigen Substanzen Übelkeit zu verursachen (Künitz) [82], oder die Bauern behaupteten, die Kartoffel würde dem Boden Kraft entziehen [89].

Klimatische Bedingungen: Die Kartoffel hatte in Europa auch klimatische Schwierigkeiten. Das heisst: Die Tage in Peru sind wegen der Nähe zum Äquator viel kürzer ("Kurztag" von ca. 12 Stunden) als in Europa ("Langtag" im Sommer von ca. 15 Stunden),

Globus mit Süd-"Amerika"
                              und Europa [32] mit der Darstellung der
                              Sonneneinstrahlung über Peru und über
                              Europa
vergrössernGlobus mit Süd-"Amerika" und Europa [32] mit der Darstellung der Sonneneinstrahlung über Peru und über Europa

und entsprechend wuchs die Kartoffel in Europa anders: Der Knollenansatz erfolgte wegen der längeren Tage in Europa zu spät, und die Kartoffeln blieben klein, aber die unterirdischen Ausläufer (Stolonen) wurden mehr [96] ("wilde Stolonen"). Die Blüte entwickelt sich in Europa mit einem "Langtag" schneller. In den Anden haben die wilden Kartoffeln mehr Blüten, was der höheren Lichtintensität in den hohen Anden zugeschrieben wird (steilere Sonneneinstrahlung, kürzere Distanz zur Sonne). Die Kartoffelstauden wachsen im "Kurztag" gedrungen, im "Langtag" hoch und sperrig. Das Wesentliche folgt hier: Die Kartoffelknollen wachsen im "Kurztag" schneller und regelmässiger als im "Langtag", und im kälteren Klima wachsen die Knollen besser als im warmen Klima. Das heisst, im "Kurztag" im kühlen Klima wachsen die Anden-Kartoffeln am besten (z.B. in Peru in den hohen Anden), im "Langtag" im wärmeren Mitteleuropa am schlechtesten. Düngung ("Stickstoffgabe") bewirkt im "Kurztag"-Gebiet grössere Kartoffeln, im "Langtag"-Gebiet mehr giftiges Kraut [97]. Der Anbau im warmen und sonnigen Süd-Spanien (mit merklich kürzeren Tagen als in Mitteleuropa!)  war scheinbar kein grosses Problem. Die späte Reifung in Mitteleuropa aber hatte zur Folge, dass die Kartoffeln vielleicht zu früh aus dem Boden geholt wurden und noch grün gegessen wurden, mit dem Nervengift Solanin drin, mit entsprechender Wirkung. Je kälter es aber in Mitteleuropa durch die "Kleine Eiszeit" wurde, desto besser wuchs die Kartoffel. Die Kloster-Wissenschaftler machten sich nun daran, europäische Kartoffelsorten zu entwickeln... [5] Die Kartoffel in Mitteleuropa musste also zuerst an die Langtagbedingungen angepasst werden. Wenn man sie zu früh erntete, wiesen sie noch viel Solanin auf, mit entsprechenden "Nebenwirkungen" wie <Kopf-, Hals- und Bauchschmerzen verbunden mit Schweissausbrüchen und Übelkeit> [38]. Die Kartoffel war nicht die einzige Pflanze, die eine Kurztag-Langtag-Empfindlichkeit aufwies [99].

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Die
                                        Kirche behauptete, die Kartoffel
                                        sei vom Teufel [31], weil die
                                        Kartoffel unterirdisch wuchs
Die Kirche behauptete, die Kartoffel sei vom Teufel [31], weil die Kartoffel unterirdisch wuchs
Die rassistische Kirche: Die Kirche verhinderte die Verbreitung der Kartoffel gleichzeitig mit ihrer Teufels-Propaganda: <Im damaligen Europa waren die Menschen nicht gewohnt Früchte aus dem Boden zu essen. Was aus dem Boden kam hätte vom Teufel sein können> [73]. Die Kirche meinte also, die Kartoffel käme (wie auch alles andere "Erdobst" [89]) quasi aus der "Unterwelt", und mit der "Unterwelt" wollte niemand etwas zu tun haben [5]. Schon vom Aussehen her hatte die Kartoffel einen schweren Stand, denn die braungelbe, unförmige Knolle [90] - das Symbol für die Unterwelt [5] - wurde immer dem prall-runden, roten Apfel gegenübergestellt [90] - das Symbol für die himmlische Welt [5]. Konservative Kirchenströmungen blieben ausserdem noch lange bei der Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe, und die Kartografen zeichneten oft Ungeheuer dort, wo "Amerika" war [75]. Ausserdem waren die Kartoffeln aus Peru noch viel kleiner als die heutigen Züchtungen und waren nussförmig bzw. ähnelten männlichen Hoden [80]. So war die Kartoffel also ein "teuflisches" Produkt, und da der oberirdische Teil  [26] - der "himmlische" Teil - eine Giftpflanze war, war auch der oberirdische Teil vom "Teufel" [5]. In Schottland wurde der Konsum der Kartoffel verweigert, weil sie in der Bibel nicht erwähnt war [26]. Die Kirche behauptete oft, die Kartoffel sei die "Inkarnation des Bösen" [38], weil die Knolle eben aus der "Unterwelt" kam, und die "himmlische Welt" der Pflanze giftig war. Dies kombinierte sich mit den Berichte über "Amerika", wo die Bewohner auch regelmässig als die "Bösen" dargestellt wurden ("Menschenfresser") [5]. In Russland wurde die Kartoffelknolle lange als "verbotene Frucht" betrachtet, die gegen die "heilige Schrift" verstosse [34]. Nun, man sieht klar: Die Kirche mit ihren Manipulationen ist der Teufel selber, und es würde aufgrund dieser Manipulationen viele Tote geben... [5]

Die Müller: In Sachen Widerstand gegen Früchte, die unter der Erde wachsen, war die Kirche aber in "feiner Gesellschaft":
Diejenigen Menschen, die vom Getreideanbau lebten - die Getreidebauer, die Mühlenbesitzer [29], die Müller [82], und auch die Viehzüchter - agierten systematisch gegen die Kartoffel als Speiseknolle für die Menschen, schlussendlich erfolglos [29]. Eine Zeit lang wurde z.B. verboten, Kartoffelmehl zu verbacken, um die Müller zu schützen (Braunschweig 1759). Schritt für Schritt wurden aber die kleinen Mühlen überflüssig, und die Kartoffeln war sogar eine Zeit lang steuerfrei (Zehnten-frei)... [82].

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Die Brahmanen
                                      (hier ein alter Brahmane aus
                                      Mamallapuram, Südindien [33])
                                      verweigern die Kartoffeln, weil
                                      sie unter der Erde wächst
Die Brahmanen (hier ein alter Brahmane aus Mamallapuram, Südindien [33]) verweigern die Kartoffeln, weil sie unter der Erde wächst. Der Islam (hier
                                      betende Muslime in Beugehaltung
                                      [34]) verweigerte die Kartoffel
                                      ebenfalls... Der Islam (hier betende Muslime in Beugehaltung [34]) verweigerte die Kartoffel ebenfalls...






Ulrich von Hutten
                                        [35] wetterte als Reformator
                                        gegen "alles Neue",
                                        auch gegen Kartoffeln
Ulrich von Hutten [35] wetterte als Reformator gegen "alles Neue", auch gegen Kartoffeln
Waldenser (hier z.B. der
                                          Waldenser Heinrich (Enrico)
                                          Arnaud aus Schönenberg [36])
                                          verbreiteten in Europa
                                          ebenfalls die Kartoffel
vergrössernWaldenser (hier z.B. der Waldenser Heinrich (Enrico) Arnaud aus Schönenberg [36]) verbreiteten in Europa ebenfalls die Kartoffel
Andere Glaubensgruppen: Die Brahmanen verweigern [bis heute 2010] neben Fleisch und Alkohol auch den Genuss von Gemüsen, die unter der Erde wachsen, seien es Zwiebeln, Rüben, oder Kartoffeln - um den Geist "rein" zu halten [76]. Und die gesamte islamische Welt akzeptierte die Kartoffel nicht, weil sie nicht im "Alten Testament" erwähnt sei, und so würde mit einem Kartoffelverbot der Körper "rein" gehalten [80]. Konkret: Die Türkei und ihr "Osmanisches Reich" baute wohl den Mais schon 1574 an (am Euphrat), verhinderten bis zu ihrem Abzug aber die Kartoffel auf dem Balkan und in Griechenland (bis 1829), und in der Türkei selbst wurden Kartoffeln erst ab 1869 angebaut [82]. Auch in Asien wurden Kartoffelanbau und Maisanbau lange verweigert. Und die "Reformatoren" der "Reformation" wetterten zum Teil gegen alles Neue, nicht nur gegen Pfeffer, Safran und Seide, sondern auch - gegen die Kartoffel, z.B. Ulrich von Hutten [80]. Die Waldenser dagegen - mit strenger Auslegung der Bibel - bauten die Kartoffel an und erreichten ein bis zu ihrer Vertreibung und Flucht aus Lyon ins Piemont, ins Elsass, in die Schweiz und nach Süddeutschland Ende des 17.Jh. ein hohes Bildungsniveau (Drucker, Apotheker etc.) [81].

Auch die Tomate war lange Zeit von der Kirche geächtet und konnte sich in Europa erst im 20.Jh. durchsetzen, weil sie wohl der "Liebesapfel" der Eva mit ihrem Adam gewesen sei... [80]. Alles, was neu und rot war, wurde "Liebesapfel" genannt, vom Granatapfel über die rote Kartoffel bis hin zur roten Tomate [82]. Die "wissenschaftlichen" "Christen" aber spielten ihre Adam- und Eva-Spielchen im botanischen Garten bzw. im Klostergarten... [5]

Klima-Abkühlung ("Kleine Eiszeit"), Hungersnöte und Kartoffeln in Europa

Allgemein war die Ernährung in Europa immer nur knapp bemessen [29], denn generell schon war die Getreideernte recht unregelmässig mit Schwankungen von bis zu 50% und einer recht unsicheren Lagerung, so dass die Bevölkerung in Europa, die



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Das Wappen
                                      von Ahrensfelde [37] (erste
                                      Erwähnung 1375) mit den Ähren, die
                                      damals nur etwa halb so gross
                                      waren wie heute

Das Wappen von Ahrensfelde [37] (erste Erwähnung 1375) mit den Ähren, die damals nur etwa halb so gross waren wie heute

Kleine Eiszeit,
                                        z.B. war die Themse in London
                                        zugefroren, hier 1677 [38]
Kleine Eiszeit, z.B. war die Themse in London zugefroren, hier 1677 [38]

auf Getreide setzte, immer mit der Gefahr von Hunger leben musste [80]. Ausserdem war eine Ähre um 1300 nur etwa halb so gross wie die heutigen Ähren (2009). Man kann es am Wappen von Ahrensfelde ablesen (erste Erwähnung 1375), wie klein damals die Ähren waren [5,99]. Das Klima in Europa kühlte nun vom 13. bis 20. Jh. um durchschnittlich 10 Grad ab bzw. ab dem 13.Jh. waren die Winter um ca. 10 Grad kälter als vorher ("Kleine Eiszeit"), vor allem 1580 bis 1730 mit klirrend kalten Wintern (Alpenseen und auch der Bodensee zugefroren (1544), Themse zugefroren, Eskimos kamen nach Schottland, Eisbären erreichen auf ihren Schollen Island (18.Jh.), und die Sommer waren jeweils verregnet [80].

Die schlechten Sommer wurden nun wegen klimatischer Veränderungen immer häufiger [38]. Das kalte Klima mit unreifem oder faulendem Getreide oder mit Mutterkorn provozierte Völkerwanderungen von Asien nach Europa, mit Wölfen in den Dörfern oder in England mit einer konstanten Wolkendecke. Das Getreide passte einfach nicht mehr zum Klima und die Kornpreise explodierten wegen des knappen Angebots, zusätzlich provoziert durch Nagetiere wie Hamster, Ratten und Mäuse, die das Korn heimlich zu über 50% von den Feldern oder aus den ungesicherten Vorratskammern wegfrassen [80]. Ausserdem kühlte sich der Golfstrom ab und gewisse Fische (z.B. Heringe) schwammen nicht mehr bis Skandinavien, um zu laichen [89]. Diese Hungerjahre, verursacht durch die "Kleine Eiszeit", galten für ganz Europa, in Spanien für das 15.Jh., in England (1418-1759), Italien (z.B. Florenz 1371-1791), in Russland von 971-1925 [80].

Auch die Rebkulturen Mittel- und Nordeuropas wurden z.T. durch das kältere Klima vernichtet bzw. die Trauben wurden einfach nicht mehr süss und der Wein schmeckte scheusslich. Und die Hexenverfolgung erreichte in dieser kalten Zeit Europas ihren Höhepunkt [80], wohl als kompensative Reaktion [5]. Die kalten Jahre führten immer wieder zu Hungersnöten in Europa, wo die Menschen dann gezwungen waren, Gras zu essen wie das Vieh, z.B. 1662 in Blois, oder 1693 im Burgund [29]. Auch unreifes, grünes Korn wurde gegessen [80], denn besser unreif als faul [5], oder Laub, Gras und Leder oder auch Ratten wurden gegessen (Hessen 1635), oder Rüben, Nesseln, Kraut und Gras (Augsburg 1570/71) [80], oder auch Katzen oder Hunde [82]. Oft reifte das Getreide gar nicht und blieb grün ("Grüne Jahre"). Die Landbevölkerung organisierte Bettelorgien in den Städten. Die Lebenserwartung sank in der kalten Periode ohne Kartoffeln von 30 auf 20 Jahre. Maximales Alter, z.B. bei Königen, war zwischen 50 und 60 Jahren.

Gleichzeitig nahmen aber die Seuchen aufgrund der chronisch ausgehungerten europäischen Bevölkerung zu [80] (aufgrund der schwaches Immunsysteme [5]), mit Pest, Typhus, Pocken, Keuchhusten etc. [80]. Die Könige waren aber gut ernährt, und deren Immunsysteme versagten als letztes, wenn man die adligen Tafelregeln anschaut (z.B. von König Peter IV. von Aragon (1319-1387)): Auf einem Teller muss Platz für Speisen für acht Personen sein, bei den Prinzen für sechs Personen, bei Erzbischöfen, Bischöfen, Prälaten und Rittern für vier Personen. Die französische Küche servierte klein, aber fein, also pro Gang sieben Gerichte, bei dreigängigem Menü also 21 Gerichte. Der Adel hungerte nie, sondern amüsierte sich auch mit Gesellschaftsspielen (Masken, Tanzen, Blinde Kuh etc.), während die europäischen Bauern die Felder bestellen mussten. So war das später auch beim Bürgertum ("vornehme Familien", "vornehmen Häuser")... [82].

Aber Kartoffelspeisen galten in Europa also lange nur als Armenspeise [8] und in den Listen der gehandelten Güter fehlt die Kartoffel konsequent [80]. Ausserdem war es eine damals ärztliche (!) Tradition, die Speisen in Speisen für Reiche und für Arme zu unterteilen und zu behaupten, dass "noble" Mägen der Reichen Speisen der Armen und die "derben Mägen" der Armen die "erlesenen Gerichte" der Reichen nicht vertragen würden, so beschrieben z.B. von Giacomo Albini im 14.Jh. Diese rassistisch-kapitalistische Ernährungslehre wurde auch noch im 19.Jh. und sogar noch in den 1950er Jahren vertreten mit der Behauptung, dass "rohe Seelen [...] einen Appetit nach rohen Nahrungsstoffen" hätten und "einen plumpen, mit tierischen Eigenschaften ausgestatteten Körper" hätten (in: H. Klencke: "Chemisches Koch- und Wirtschaftsbuch oder die Naturwissenschaft im weiblichen Berufe. Ein Lehrbuch"; 1867; In: "Chemisches Koch- und Wirtschaftsbuch", 1950er Jahre). Erst McDonalds und Pizza Hut machten die Reichen gleicher... [29] und die alternativen Menschen mit Rohkost und Blutgruppenernährung bewahrten sich ihre Körperform... [5]

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Beispiel für den
                                        30-jährigen Krieg, Stadtbrand
                                        von Magdeburg 1631 [40]
Beispiel für den 30-jährigen Krieg, Stadtbrand von Magdeburg 1631 [40]

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Jonas
                                      Alstroemer [39], führte ab 1720
                                      die Kartoffel in Schweden ein
Jonas Alstroemer [39], führte ab 1720 die Kartoffel in Schweden ein

Die kleinen Gehöfte in den Mittelgebirgen machten in klimatisch ungünstigen Lagen beste Erfahrungen mit der Kartoffel [82]. In Frankreich machte Anfang des 17.Jh.s das Gerücht die Runde, dass die Kartoffel Lepra ("Aussatz") verursachen würde, und im Burgund war die Kartoffel entsprechend 1610-1620 verboten [29]. Dann kam aber der 30-jährigen Krieg (1618-1648 [19], eine Reihe von Religionskriegen und Hegemonialkriegen [100]), und die Kartoffelknolle wurde zur Notspeise der Verarmten, bzw. viele Leute in Europa kochten heimlich Kartoffelsuppe [8]. Die Heere im 30-jährigen Krieg raubten die Felder und fanden - Rüben und Kartoffeln [89]. Englische Truppen in den Niederlanden verbreiteten 1620 englische oder irische Kartoffeln. Englische Kartoffeln wurden zwischen 1620 und 1640 - [im Zuge des 30-jährigen Krieges] - auch in Hessen, Mecklenburg, Westfalen und Franken eingeführt [17]. Die schwedischen Truppen zogen sich zurück und brachten die Kartoffel nach Schweden mit [89]. Von 1648 bis 1807 machte allein Deutschland 16 Hungerperioden durch. Durchschnittlich war jedes vierte Jahr ein Hungerjahr [80]. Und jeder Krieg in Europa förderte den Anbau der Kartoffel [89]. Dann entdeckten ab 1650 viele europäische Landwirte den Wert der Kartoffel, die vom Weizen-Schädling Mutterkorn nicht betroffen werden konnte, und schalteten vom Getreide auf die Kartoffel um [8]. Ab 1673 wurde die Kartoffel auch in Kurland (Baltenstaaten) angebaut, aber der Adel baute sie nur für Schweine an [89]. Nach 1683 soll die Kartoffel nach dem Russisch-Türkischen Krieg auch nach Süd-Finnland gebracht worden sein [89]. Jonas Alströmer (1685–1761), der in Irland in englischen Diensten gestanden hatte, brachte die Kartoffel nach Schweden und verbreitete sie ab 1720 planmässig über seinen Chefposten als Weberei-Fabrikbesitzer. Viele schwedische Bauern verweigerten jedoch den Kartoffel-Anbau. Im Kurland setzte sich die Kartoffel ab 1750 durch Beziehungen zu Deutschland auch auf Adelstischen durch  [89]. Im 18. Jh. wurden in Europa auch bereits getrocknete Kartoffeln als Vorratshaltung hergestellt, zuerst gekocht, dann gepellt, dann auf dem Ofen getrocknet [76].

Weide und Steinwiese über
                                        der Baumgrenze
Weide und Steinwiese über der Baumgrenze

Bauer auf einer Steinwiese
                                        und Sicht auf den Hauptfeldweg,
                                        16:00 Uhr
Bauer auf einer Steinwiese und Sicht auf den Hauptfeldweg, 16:00 Uhr

Kartoffelfeld, Nahaufnahme
Kartoffelfeld, Nahaufnahme

Kartoffelfeld mit Baum und
                                        Wolkenbildern
Kartoffelfeld mit Baum und Wolkenbildern

Die Serpentinen waren derart weitläufig angelegt, dass wir kilometerweise an Feldern vorbeifuhren...

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In Frankreich behauptete ein Haushaltsbuch nach dem 30-jährigen Krieg ab 1650 immer noch, dass die Kartoffel Lepra verursachen würde, und die Kartoffel sei würde die sexuelle Lust der Frauen stimulieren und bei Neugeborenen zu grosse Köpfe verursachen. Gemäss Friedrich Wollner (1970) war hier die Kartoffel mit Topinambur verwechselt worden. Vielleicht waren auch Getreidehändler an den Diffamierungen der Kartoffel verantwortlich. Nach dem Gerücht, die Kartoffel würde Lepra verursachen, kam das Gerücht auf, die Kartoffel sei für die Halsdrüsenschwellung Skrofulose (Skrofeln) verantwortlich. Ab dem 18.Jh. waren Kartoffeln regelmässig auf französischen Märkten zu finden. Der Aberglaube der Skrofulose aber hielt sich bis ins späte 18.Jh. Bauern in Frankreich weigerten sich weiterhin, das "Schweinefutter" anzupflanzen, und Schriftsteller der "höheren Gesellschaft" wetterten gegen die Kartoffel als "abscheuliches Gemüse" (Raoul de Combles) [29].

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Der englische
                                      Hofbotaniker John Gerard mit
                                      Kartoffelzweig 1697 [41]
Der englische Hofbotaniker John Gerard mit Kartoffelzweig 1697 [41]

1697 liess sich der englische Hofbotaniker John Gerard mit einem blühenden Kartoffelzweig abbilden - auf dem Titelblatt seines eigenen Kräuterbuchs "Kräuterbuch - oder Allgemeine Pflanzengeschichte" (orig. Englisch: "The Herball, or General History of Plants") [17].

In Sachsen galt die Kartoffel ab 1697 unter dem Adelshaus Friedrich August II. und III. als Delikatesse - und wurde nicht den Schweinen verfüttert [90].

In Russland versuchte Zar Peter I. im Jahr 1698, die Kartoffeln einzuführen, was sich wegen einer Pestepidemie um mehrere Jahrzehnte verzögerte, denn die [dumme] orthodoxe Kirche behauptete, die Kartoffel habe die Pest verursacht. Die [dumme] russische Orthodoxie behauptete fortan, wer von der teuflischen Kartoffel esse, komme nicht ins Himmelreich... [90], bezeichnete die Kartoffel sogar als "Teufelsapfel" [89]. Der Kartoffelanbau konzentrierte sich somit nur auf St. Petersburg. Einzelne Anpflanzungsversuche gingen bis Sibirien [90]. Russlands Zarin Katharina II. liess z.B. 1762 mit grossen Versprechen deutsche Bauern an der Wolga und an der Krim ansiedeln, und die Bauern brachten Kartoffeln mit - obwohl Getreideanbau vorgesehen war [90].

Es galt der "christliche" Aberglaube, dass die Kartoffel vom Körper der Sünderin und von der Spucke des Teufels stamme [34]. Das heisst: Die Erde, auf der der Regen niedergeht, ist das Symbol für die "sündige" Weiblichkeit, die analog mit Sperma befruchtet wird (auf der das Sperma "niedergeht"). Und der Teufel ist Symbol für einen "Unhold". Die Kirche meinte also, die Kartoffel sei das Kind einer geilen Frau (Hure) und eines "Unholds" bzw. Freiers. So bezeichnete die Kirche die Kartoffel als "teuflisch", verbot den Konsum der Kartoffel, und so entstanden weiter Hungersnöte mit Seuchen und 100.000en von Toten. Das ist nur eine der grossen Sünden der dummen, kriminellen Kirche - ein gezielter Massenmord mehr. Man fragt sich, wieso die Kirche überhaupt noch Glocken läuten lassen darf... [5]

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Die Karikatur
                                      von Kurt Halbritter zeigt König
                                      Friedrich den II. ("der
                                      Grosse") als Werber für
                                      Kartoffeln (1744) - mit
                                      Kartoffelnase [42]
Die Karikatur von Kurt Halbritter zeigt König Friedrich den II. ("der Grosse") als Werber für Kartoffeln (1744) - mit Kartoffelnase [42]

Englische Truppen führten englische Kartoffeln 1708/9 auch in Dänemark ein [17]. In Preussen setzte der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. (1688-1740 [21]) unter Androhung von Gewalt den Kartoffelanbau durch [20]. Friedrich der Grosse (Friedrich Wilhelm II., 1712-1786 [27]) war ebenso gezwungen, in einer "Circular-Ordre" die Bauern zum Kartoffelanbau anzuhalten, und wies obendrein noch an, Bauern zu denunzieren, die den Kartoffelanbau verweigerten. Gleichzeitig liess er Kartoffelfelder bewachen, liess aber den Diebstahl von Kartoffeln zu, um die Verbreitung der Kartoffel zu fördern [26]. Finnland wurde von der Kartoffel ca. 1730 endgültig erreicht, wo später deutsche Schmiede zusätzlich ihre Kartoffeln mitbrachten. In Norwegen kam die Kartoffel erst ab ca. 1750, durch Rückwanderer von Schottland her, die im 17.Jh. wegen Hungersnöten ausgewandert waren [89].

In Frankreich unter dem König Louis XV. (1710-1774 [31]) wurde das erste grosse Lexikon herausgegeben, die königliche "Grande Encyclopédie" (1751-1780). Der zensierte Artikel über die Kartoffel erfand eine neue Herkunft: Die Kartoffel stamme aus Ägypten, und man könne sie vielleicht in einigen Kolonien anbauen, schmecke gekocht in Wasser, gebraten oder im Eintopf "fad und mehlig", sättigt aber gut, provoziert aber gleichzeitig "Winde" [unfreiwillige Abluft aus dem Darmkanal]. Dies schrieb Gabriel-François Venel [29], Arzt, Pharmazeut und Chemiker (1723-1775) [32]. Finnland wurde von der Kartoffel ca. 1730 endgültig erreicht, wo später deutsche Schmiede zusätzlich ihre Kartoffeln mitbrachten. In Norwegen kam die Kartoffel erst ab ca. 1750, durch Rückwanderer von Schottland her, die im 17.Jh. wegen Hungersnöten ausgewandert waren. Der Kümmel-Kartoffelschnaps "akevitt" wurde ein Nationalgetränk Norwegens [89].

Schwedische Soldaten nahmen nach dem 7-jährigen Krieg (1756-1763) aus Deutschland Kartoffeln mit [89]. In Island wurde die Kartoffel 1758 durch den schwedischen Baron F.W. Hastfer eingeführt, aber alles nur im eigenen Hofgarten [89]. Eine Hungersnot in Schweden 1764 zwang dann die schwedischen Bauern endgültig zur Akzeptanz der Kartoffel [89]. Auch für Kiews Gemüsegärtenist die Kartoffel 1764 bezeugt [90].

Grosse Hungersnot 1770-1772
Die grossen Regenfälle im August 1769 verunmöglichten in grossen Teilen Europas eine Getreideaussaat [29]. Die darauf folgenden grossen Hungersnöte in Europa von 1770-1772 mit Ernteausfällen beim Getreide von bis zu 90% verhalfen der Kartoffel und dem Mais in weiten Teilen Europas endgültig zum Durchbruch [8]. Vom Februar bis Juli 1770 wurden z.B. in Wesel am Niederrhein <Dauerregen, dann Kälteeinbrüche, plötzliche Trockenheit und dann wieder Überschwemmungen> reportiert [80]. Hungernde Banden durchstreifen die Städte und erpressten die Bewohner mit Gewaltandrohung zur Abgabe von Nahrung (Edikt in Westfalen 1769) [80]. Aber erst ab 1787 steigerten die Bauern in Schweden wesentlich den Kartoffelanbau, denn es war die Erlaubnis zur Verarbeitung für Kartoffelschnaps gegeben worden... [89]. Und ab 1790 brachten deutsche Minenarbeiter in Schweden weitere Kartoffeln mit. Als schwedische "Hausmannskost" etablierte sich Fisch mit Kartoffel, wobei die Kartoffeln in Schweden nicht so gross werden wie in Mitteleuropa. Mit dem Kartoffelkonsum war jeweils mehr Gesundheit, Fruchtbarkeit und Bevölkerungswachstum verbunden. Das Bevölkerungswachstum in Schweden bewirkte eine Auswanderungswelle nach Dänemark und Deutschland [89]. Auf den Färöer-Inseln wurden die Kartoffeln von Poul Poulsen (1766-1808) eingeführt (also etwa in den 1790er Jahren [5]), aber alles nur im eigenen Hofgarten [89].

Alkoholismus durch Kartoffelschnaps in Europa
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Das Festkomitee der
                                        schwedischen
                                        Nüchtigkeitsvereinigung
                                        ("nykterhetsfoereningen")
                                        1910 [43]
Das Festkomitee der schwedischen Nüchtigkeitsvereinigung ("nykterhets- foereningen") 1910, z.B. gegen Kartoffelschnaps [43]
Gleichzeitig entwickelte sich in Skandinavien und später auch in Russland eine Gewohnheit zum Alkoholmissbrauch durch Kartoffelschnaps. Eine Bewegung für Nüchternheit (»nykterhetsrörelse«) ging dann in Schweden gegen den Alkoholmissbrauch durch Kartoffeln und Gerste vor. Der Kümmel-Kartoffelschnaps "akevitt" wurde ein Nationalgetränk Norwegens [89]. Diese Alkoholismuswelle entwickelte sich mit dem generellen Aberglauben, dass Alkohol neue "Kraft" verleihen würde, ohne die körperlichen und psychischen Dauerschäden zu berücksichtigen. Auch die Raten bei Gewalt und Mord stiegen sprunghaft an etc. Somit wurde das eine grosse Übel - der Hunger - zwar überwunden, aber es folgte ein anderes grosses Übel - der Alkoholismus - und zwar mit staatlicher Erlaubnis. Durch den billigen Kartoffelschnaps entwickelten sich neue Alkoholismus-Traditionen, die rote Alkoholiker-Nase etc. Insgesamt ist dieses Thema des europäischen Alkoholismus und des Missbrauchs der peruanischen Kartoffel nicht aufgearbeitet [5]. Eine Bewegung für Nüchternheit (»nykterhetsrörelse«) ging dann in Schweden gegen den Alkoholmissbrauch durch Kartoffeln und Gerste vor [89].

Kartoffel-Zwangsanbau in Deutschland und Österreich - der Kampf für die Kartoffel gegen die dumme Bourgeoisie in Frankreich

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Antoine
                                      Augustin Parmentier, Portrait
Antoine Augustin Parmentier [7], Apotheker und Protagonist für die Kartoffel am französischen Hof

Kartoffeln à la duchesse,
                                        überbackene Herzoginkartoffeln
                                        [44]
Kartoffeln à la duchesse, überbackene Herzoginkartoffeln [44]

"Pommes de
                                          terres allumettes",
                                          Pommes Frites [45], erfunden
                                          am französischen Königshof
"Pommes de terres allumettes", Pommes Frites [45], erfunden am französischen Königshof

Nach der grossen Hungersnot von 1770-1772 setzten in Deutschland Friedrich II. [8] mittels so genannter "Kartoffelbefehle" [37] und das Haus Habsburg unter Maria Theresia und Josef II. zum Teil den Zwangsanbau der Kartoffel durch [8]: in österreichischen Gebieten im Ostseeraum, Polen, Russland, und auf dem österreichischen Balkan [17].

In Frankreich hatte das Gerücht, die Kartoffel sei Träger des Lepra-Erregers, eine flächendeckende Verbreitung bisher verhindert. Aber die Hungersnöte änderten das jetzt, u.a. durch die Tätigkeit des Apothekers Augustin Parmentier (1737-1813 [30]), der u.a. den königlichen Ernährungspreis für Ersatznahrungsmittel im Falle einer Hungersnot gewann (Kartoffel). Er servierte auch  hohen Staatsmännern seine neuen Kartoffelgerichte - z.B. eine Woche lang nur Kartoffelgerichte [15].
Parmentier soll am Hof in Paris auch einen regelrechten Kartoffelkult in Gang gebracht haben, mit Porzellanservices mit Kartoffelblüten drauf, mit Kartoffelblütenmuster als Kleidermode, mit Kartoffelblüten im Haar oder im Dekolleté als "letzter Schrei", oder mit Kartoffelblüten als Frackmode im Knopfloch, die die Nelke ablöste. Am französischen Hof wurden sodann neue Kartoffelgerichte erfunden wie die überbackenen Kartoffeln (Duchesse) und die Pommes Frites ("Streichholzkartoffeln", frz. "pommes de terres allumettes") [29].

Gelbes Feld
Gelbes Feld

Feld am Hang
Feld am Hang

Weiden am Hang
Weiden am Hang

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Die Heimlichtuerei am europäischen Kochherd fiel nun ab den Hungerkatastrophen von 1770/71 weg, was die Kartoffel betraf [8]. Ab sofort wurde es in Europa Brauch, bei Hungersnöten den Schweinen die Kartoffeln wegzunehmen und die Kartoffeln selber zu verspeisen. In Sachen Rezepturen waren die Franzosen am experimentierfreudigsten. Während in Europa die Kartoffeln hauptsächlich gebraten oder in Wasser gekocht wurden, appellierte Parmentier, die Kartoffeln zu dünsten, so dass der ganze Geschmack erhalten bleibe [29]. Kartoffeln wurden nun auch öffentlich als Schnaps gebrannt oder als Ersatzkaffee zubereitet [8]. Der Krieg von Böhmen gegen Österreich von 1778 war nur ein "Geplänkel", aber im Winter stritten sich beide Seiten um die dort bereits verbreiteten Kartoffeln - der "Kartoffelkrieg" [29]. Kartoffel aus den Anden und die Süsskartoffel (aus der Karibik [75]) setzten sich ab ca. 1780 in der europäischen Landwirtschaft durch, ebenso Mais aus Mexiko und Peru [8].

Kartoffeln waren in Frankreich aber noch lange die "Nahrung der Armen und der Armeen" [29].
François de Neufchâteau, französischer Staatsmann und Dichter (1737-1813) [31], schlug vor, die Kartoffel neu ihrem Protagonisten "Parmentier" zu benennen, aber ohne Erfolg. Es blieb beim Erdapfel ("pomme de terre"), aber Parmentier bekam immerhin ein Denkmal in Montdidier in Südfrankreich [29]. Der Bürgermeister von Paris setzte sich vehement für die Kartoffel ein,  und als Finanzminister von Louis XV. liess er an königlichen Banketten Kartoffeln servieren - auch mit stimulierendem Effekt für die Erotik am Hof als Aphrodisiakum [29]. Das alles nützte beim französischen Bürgertum aber nichts: Vor der Französischen Revolution hungerte Paris, weil in der französischen Mittel- und Oberschicht zu wenig Kartoffeln gegessen wurden. Ein strenger Winter 1788/1789 und einige Missernten hintereinander provozierten horrende Getreidepreise und Brotpreise - und so den Ausbruch der Französischen Revolution, weil die eitle Bevölkerung von Paris bisher Kartoffeln und Bohnen verweigerte [29]. Die Kartoffelernte gelang dagegen vortrefflich (hessische Müller an Wilhelm IX. 1789) [82], aber das dumme, französische Bürgertum wollte (noch) keine




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Napoleon
                                      [46], seine Armeen wurden
                                      hauptsächlich mit Kartoffeln
                                      verpflegt
Napoleon [46], seine Armeen wurden hauptsächlich mit Kartoffeln verpflegt

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Die Frau von
                                        Napoleon, Josephine de
                                        Beauharnais [47], verwandelte
                                        die königliche Küche in eine
                                        Hochburg der Kartoffelgerichte
Die Frau von Napoleon, Josephine de Beauharnais [47], verwandelte die königliche Küche in eine Hochburg der Kartoffelgerichte


Napoleonische
                                          Gardesoldaten [52] in den
                                          französischen Nationalfarben
                                          blau-weiss-rot
Napoleonische Gardesoldaten [52] in den französischen Nationalfarben blau-weiss-rot

Kirchen wurden unter
                                          Napoleon zu Pferdeställen und
                                          Heerlagern, hier St. Petri in
                                          Hamburg [51]
Kirchen wurden unter Napoleon zu Pferdeställen und Heerlagern, hier St. Petri in Hamburg [51]


Kartoffeln essen. Der elfte Tag des Jahres im französischen Revolutionskalender (eingeführt am 22.9.1792) war ein Kartoffeltag ("pomme de terre"). Aber die "wohlhabenden Bürger" von Paris blieben beim Brot und wollten auch 1793 noch keineswegs Kartoffelmahlzeiten akzeptieren, und der Hunger in Paris nahm seinen Lauf, wie der Kommandant von Paris, Louis Santerre, am 5.2.1793 beklagte. Er forderte sogar, den königlichen Pflanzengarten ("Jardin des plantes") umzugraben und dort Kartoffeln anzupflanzen - ohne Erfolg. In den Pariser Preislisten vom 29.9.1793 kommt die Kartoffel dann aber erst gar nicht vor... [29]. Das Hauptnahrungsmittel von Napoleons Armeen waren - Kartoffeln [15]. Überall dort, wo die französischen Armeen Gebiete besetzten, wurde danach der Kartoffelanbau forciert [29]. In Frankreich selbst wurden Anordnungen zum Kartoffelanbau z.T. über die Kirchenkanzel verbreitet, z.B. im Jahr 1800 im Département du Nord [29]. Napoleons Königshof wurde ab 1804 nach der Heirat Napoleons mit Josephine de Beau­harnais zu einem Hort der Kartoffelgerichte, denn Josephine war mit Kartoffeln aufgewachsen und wurde nun zum Vorbild der bürgerlichen Hausfrauen. Das Gerücht, dass die Kartoffel eine potenzsteigernde Wirkung habe, verhinderte vielleicht die grosszügige Ausbreitung, denn niemand wollte wohl zugeben, dass er dies nötig hätte. Die Kartoffel wurde in den bürgerlichen Restaurants somit nur zur Garnierung verwendet [29]. Erst unter dem "Bürgerkönig" Louis Philippe (Regierungszeit 1830-1848) wurde die Kartoffel auch im französischen Bürgertum zur Alltagsnahrung [15], als die letzte grosse Hungersnot in den 1840er Jahren überwunden wurde [29].

Die sturen Ärzte, die gegen die Kartoffeln allerlei Krankheiten, Durchfall oder Pupsen oder Erbrechen erfanden und immer wieder eine "Unverdaulichkeit" behaupteten, fanden nun mit immer mehr Befürwortern ihre Kontrahenten, z.B. Alfred Thaer [29] (1752-1828), der Leibarzt von Georg III., Kurfürst von Hannover [33]. Thaer stellte klar fest, dass die Krankheiten, die der Kartoffel zugeschrieben wurden, von der falschen Zubereitung stammten, z.B. mit verunreinigtem Wasser. Allgemein bewirke die Kartoffel "weniger Gärung, Aufblähung und Säure", und kranke Kinder werden mit Kartoffelspeisen schnell gesund. Eine neue "Wissenschaftlichkeit" bei der Landwirtschaft liess zudem alle "Grenzböden" zu neuen Ackerflächen werden - für die Kartoffel [29].


Der Abstieg bis Talavera
Sicht ins Tal auf eine Serpentine in
                            Richtung Talavera und weiter unten ein Dorf
Sicht ins Tal auf eine Serpentine in Richtung Talavera und weiter unten ein Dorf

Kartoffelanbau ab 1800 in ganz Europa - Getreidekrankheiten fallen weg - Kartoffelanbau auf Inseln für die Schifffahrt

Kartoffelfelder
Kartoffelfelder

Strassenverlauf in
                                      Serpentine
Strassenverlauf in Serpentine

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Die Zeit ab 1800 in Europa ist überall [37] - bis auf dem türkischen Teil des Balkans [42] - durch ein markantes, allgemeines Bevölkerungswachstum gekennzeichnet - durch die flächendeckende Einführung der Kartoffel, und gleichzeitig wurden Arbeitskräfte freigesetzt, weil weniger Getreidearbeit anfiel [37].

Genauer gesagt: Die Kartoffel ersetzte den fruchtbarkeitsmindernden Getreideanbau: Getreideanbau hatte den Nachteil, dass auf dem Getreidefeld meist auch Wildkräuter wuchsen (Trespe, Lolch, Mutterkorn und Kornblume), und bei Missernten war der Anteil der Wildkräuter im Getreidemehl besonders hoch - und das unsaubere Mehl beeinträchtigte die Fruchtbarkeit der Menschen mit sinkenden Geburtenraten bzw. es stieg auch die Zahl der unfreiwilligen Aborte (Abtreibungsmittel Mutterkorn), wobei meistens männliche Föten betroffen waren - und prozentual nahm die Geburt der Mädchen zu. Minderwertigem Getreidebrei wurden Platterbsen und Wicken zugegeben, deren giftige Wirkung in der Bevölkerung scheinbar nicht bekannt war. Neben der Folge von Osteolathyrismus [42] (Krankheit durch Lathyrus-Pflanzen, also Wicken-Pflanzen, eine Störung des Knochenbaus und des Bindegewebes [45]) wurde unabsichtlich auch die Fruchtbarkeit vermindert, was auch durch den Verzehr von Tulpenzwiebeln möglich ist (Holland im Zweiten Weltkrieg) [42]. Mit der Umstellung auf Kartoffeln wurden auch die Getreidewildkräuter und die Lathyrismus auslösenden und sterilisierenden Zusätze von Wicken eliminiert - und die Fruchtbarkeit der Bevölkerung stieg. Die Kartoffeln wurden immer gewaschen und waren nie verunreinigt. Mehr Kartoffelkonsum führte auch zu mehr Salzkonsum, gleichzeitig weniger exotische Gewürze [42].

Die Bauern auf dem Balkan jedoch verweigerten auch im 19.Jh. noch den Konsum und den Anbau der Kartoffel, eine "verfluchte Frucht, die in der Erde versteckt ist" [42].
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Karte mit den Tristan da
                                    Cunha-Inseln [48], die zu
                                    "Kartoffelinseln" für die
                                    Schifffahrt wurden
Karte mit den Tristan da Cunha-Inseln [48], die zu "Kartoffelinseln" für die Schifffahrt wurden

Hingegen setzte sich nun auch die Kartoffel beim Schiffsverkehr durch, und so wurden bestimmte Inseln zu Orten, um die Schiffe auf ihren Zwischenstops mit Kartoffeln zu versorgen, z.B. auf der Insel Tristan da Cunha [82] im südlichen Atlantik [83].

"Industrielle Revolution" und Fleischversorgung dank Kartoffel

Durch die breite Einführung der Kartoffel
standen für die Industrielle Revolution später genügend Arbeitskräfte zur Verfügung [37]. In Polen wurden 1805 gelbe englische Kartoffeln eingeführt. Nach der Hungersnot von 1816/17 setzte sich die Kartoffel dann in Polen durch [90]. Die Kontinentalsperre Englands gegen Kontinental-Europa 1808-1814 behinderte die Getreideimporte Norwegens und begünstigte den Kartoffelanbau [89]. Die Erfindung der Konservenbüchse 1812 ergab weitere Ernährungsmöglichkeiten, jedoch bis in die 1920er Jahre mit der Gefahr von




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Karl Julius Weber
                                      (1767-1832) [49] lobte die
                                      lebensrettende Kartoffel als
                                      Mittel gegen Hungersnöte und somit
                                      als "Lebensknolle"
Karl Julius Weber (1767-1832) [49] lobte die lebensrettende Kartoffel als Mittel gegen Hungersnöte und somit als "Lebensknolle"




Bleivergiftungen [82]. Hinwiederum führte das starke Bevölkerungswachstum zu Emigrationswellen und kleineren Hungersnöten, wenn die Nahrungsproduktion mit dem Bevölkerungswachstum nicht mehr Schritt halten konnte [42]. In harten Wintern wurden die Kartoffeln abgezählt, um auszurechnen, wie viele Kartoffeln pro Tag gegessen werden können [72]. 1816/1817 trat eine weitere Hungersnot auf, dieses Mal durch einen grossen Vulkanausbruch im heutigen Indonesien, der  in Europa ein "Jahr ohne Sommer" provozierte [38] (durch den Vulkanstaub in der Atmospäre und die niedrigere Sonneneinstrahlung [5]). Erst ab 1820 wurden auf den kurfürstlichen Gütern von Sachsen Kartoffeln in grossem Stil angebaut - aber nicht zur Sättigung, sondern zum Brauen von Kartoffelschnaps. Andere wie Karl Julius Weber (Schriftsteller, 1767-1832 [88]) gratulierten der Kartoffel, sie habe viele Leben während der Hungersnöte gerettet, und bezeichnete die Kartoffel als "Lebensknolle" (Demokritos, 1832-1836) [82]. In Livland (Baltenstaaten) z.B. fand die Kartoffel in den 1830er Jahren den Weg von den Küchengärten auf die grossen Felder der Bauern, und erst recht, als auch dort das Rezept zum Brennen von Kartoffelschnaps bekannt wurde - das gab Geld... Und in manchen Gegenden bestand der Lohn teilweise aus einer Flasche Kartoffelschnaps. Manchmal wurde der Kartoffelschnaps in alte Cognac- oder Weinfässer abgefüllt, was eine besondere "Note" ergab... [89]

Strassenverlauf und Andenkette (01)  Strassenverlauf und Andenkette (02)
Strassenverlauf der weiten Serpentinen und Andenkette

So weitläufig angelegt waren die Serpentinen, wie auf diesem Foto. Sie schlängelten sich hin, und wiesen zum Teil praktisch kein Gefälle auf. Dies ist die Linienführung der spanischen Kolonialisten für die Postkutschen. Bis heute ist an diesen alten Postkutschenwegen scheinbar nichts korrigiert. Man könnte die Linienführung der Strasse also viel effizienter gestalten, und dadurch auch wieder Land gewinnen. Aber an dieses Thema traut sich scheinbar bisher keiner ran...

Aussicht ins Tal mit Panorama
Aussicht ins Tal mit Panorama

Hügel mit Feldern und Bäumen,
                                    Nahaufnahme
Hügel mit Feldern und Bäumen, Nahaufnahme

Hügel mit Feldern, Bäumen und
                                    Panorama
Hügel mit Feldern, Bäumen und Panorama

Serpentinen auf dem Weg nach
                                    Talavera / Andahuaylas
Serpentinen auf dem Weg nach Talavera / Andahuaylas

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In Russland setzte sich die Kartoffel nach einer Hungersnot 1839/40 endgültig ab 1843 durch - und auch die "Heilige Synode" musste der Anweisung des Zares Folge leisten. Nachdem ab 1840 Zwangsmassnahmen mit Militäreinsatz keinen Erfolg gegen die Bauern brachten - u.a. mit Zerstörung von Kartoffelfeldern in Bykovskii 1842 ("Kartoffelunruhen") - zeigte ein Prämiensystem ab 1843 beste Resultate. Die Bauern glaubten nun auch nicht mehr, dass mit Kartoffelanbau eine neue Leibeigenschaft verbunden wäre, und Kartoffelgerichte verdrängten in Russland die Rübengerichte. Die religiöse Gruppe der "Altgläubigen" mit ihren langen Bärten, eingefleischte Kartoffelgegner, verzogen sich nach dem Erlass einer Bartsteuer durch Peter I. ans Schwarze Meer [90]. Leider ist der Ort Bykovskii



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Die jüdischen Schtetl [50]
                                      kannten keine Kartoffelprobleme
vergrössernDie jüdischen Schtetl [50] kannten keine Kartoffelprobleme

unauffindbar. Bei google maps heisst es: "Der Ort Bykovskii ist unbekannt" [5]. Schliesslich waren es in China und in Russland neben den Handelswegen auch "christliche" Missionare, die die Kartoffel verbreiteten [80]. Die "christlichen" Missionare verbreiteten also, was die Kirche eigentlich verbot - das ist offizielle Schizophrenie... [5]. Für die Juden in den jüdischen Schtetl dagegen (im jüdischen Ansiedlungsrayon [117]) war die Kartoffel das "Manna" der neuen jüdischen Geschichte [90] und sorgte für gesundheitliche Stabilität [5]. Die jüdische Religion hatte mit der Kartoffel generell keine Mühe, da die Kartoffel als "koscher" betrachtet wurde, und die jüdischen Esstraditionen waren aufgrund der internationalen Verbindungen sowieso ziemlich global ausgerichtet [90].

Kartoffel-Hungersnöte

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Kartoffel mit Knollenfäule
                                        [54]
Kartoffel mit Knollenfäule [54]

Hungersnot in Irland,
                                        Suppenküche [53]

vergrössernHungersnot in Irland, Suppenküche [53]

Die breite Kartoffelernährung ermöglichte erstmals nicht nur das markante Bevölkerungswachstum, sondern auch eine neue breite, geistige Entwicklung und eine Steigerung des allgemeinen Bildungsniveaus und der kognitiven Fähigkeiten, so dass neue Spitzenleistungen bei den Naturwissenschaften erst durch die breite Kartoffelernährung möglich wurden [42]. Nun waren aber auch Kartoffel-Hungersnöte möglich, wenn Kartoffelschädlinge auftraten [37], vor allem, wenn die Landwirtschaft in Monokulturen organisiert war und die Nützlinge und Schädlinge nicht mehr im Gleichgewicht waren, wenn Bäume und Hecken mit den Nützlingen fehlten etc. [5]. Mehrere nasskalte Sommer [37] und ein 1840 aus den "USA" eingeschleppter Erreger [101] provozierten z.B. eine europaweite Kraut- und Knollenfäule [37], steigende Kartoffelpreise [38] und so den Revolutionsversuch von 1848 [37]. In Irland [katholisch], wo im ganzen Land nur zwei Kartoffelsorten angebaut wurden (Monokulturen! [5]), provozierte die Kraut- und Knollenfäule 1845-1849 eine Hungersnot ohne Ende. Die Kartoffel-Monokultur wurde zum Verhängnis mit 1,5 Mio. Toten und 2,5 Mio. Auswanderern in die "USA", und das benachbarte England [protestantisch] mit Getreideüberschüssen kam Irland nicht zu Hilfe... [38]. Dieselbe Kraut- und Knollenfäule betraf Polen und provozierte eine immense Hungersnot und Auswanderungswelle [90], d.h. auch in Polen herrschte scheinbar dieselbe Monokultur und ein Ungleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen [5].

Andenketten und Sicht auf Dörfer,
                              16:12 Uhr
Andenketten und Sicht auf Dörfer, 16:12 Uhr


Andenketten und Sicht auf
                                      Dorf, Nahaufnahme
Andenketten und Sicht auf Dorf, Nahaufnahme

Sicht auf Dörfer (01)
Sicht auf Dörfer (01)

Sicht auf Dörfer (02)
Sicht auf Dörfer (02)

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Die "Kultur-Kartoffel" - mehr Fleischkonsum durch Kartoffeln für das Vieh - Proletariat mit Kartoffeln

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"Kultur"-Kartoffeln
                                        für Europa [72]
"Kultur"-Kartoffeln für Europa [72]

Einfacher Häufelpflug
                                      [71]
Einfacher Häufelpflug [71]
Industrialisierung
                                      mit Industriegebiet, z.B. in Halle
                                      [55]. Ohne Kartoffel wäre kein
                                      gesundes Proletariat möglich
                                      gewesen
Industrialisierung mit Industriegebiet, z.B. in Halle [55]. Ohne Kartoffel wäre kein gesundes Proletariat möglich gewesen
Industrialisierung,
                                      z.B. Viadukte der Semmeringbahn in
                                      Österreich [56]
Industrialisierung, z.B. Viadukte der Semmeringbahn in Österreich [56]. Ohne Kartoffel als Nahrung für die Arbeiter wäre das nicht so schnell möglich gewesen.
Deutsch-französischer Krieg
                                        1870/71, z.B. die Schlacht bei
                                        Dumans [57]. Die Grundernährung
                                        der Soldaten bestand aus
                                        Kartoffeln.
Deutsch-französischer Krieg 1870/ 71, z.B. die Schlacht bei Dumans [57]. Die Grundernährung der Soldaten bestand aus Kartoffeln.

Die Züchtungen in Europa ergaben ein paar allgemein anbaubare, neue "Kultur-Kartoffeln": <Die in Europa üblicherweise angebaute Kultur-Kartoffel gehört zur Art Solanum tuberosum sub­specie tuberosum (aus Süd-Chile bzw. der Insel Chiloë) oder zur subspecie andigena (aus den peru­a­nischen Anden)> [80]. Nun, mit der Bezeichnung "Kultur-Kartoffel" sind alle Kartoffeln in Peru abgewertet, sie seien keine "Kultur", was dem normalen Rassismus der europäischen Oberschichten entspricht. Statt "Kultur-Kartoffel" müsste man "europäische Zuchtkartoffel" sagen [5].

Und: Die hohe Verfügbarkeit der Kartoffelknolle als Viehfutter führte ab dem 19.Jh in Europa zu ersten Grossmetzgereien: Fleischkonsum war nun nicht mehr nur der Oberschicht vorbehalten [8]. Fortan fühlte sich auch die Mittelschicht mit mehr Fleischkonsum auch ein bisschen "Oberschicht" [5].

Auch die Ackergeräte wurden verbessert und die Effizienz der
Kartoffellandwirtschaft gesteigert, z.B. mit einem Merfachpflug ("Häufelpflug") und Mineraldünger [38]. Ohne Mineraldünger schmeckt die Kartoffel aber besser [57].

Die Massen des Proletariats der Industriellen Revolution assen Kartoffeln - [mit oder ohne Mineraldünger], ohne die die Industrielle Revolution z.B. in England gar nicht möglich gewesen wäre [26]. In Frankreich war klar feststellbar, dass die Gebiete, wo Kartoffeln angebaut wurden, ein höheres Bevölkerungswachstum hatten, was dort die Industrialisierung begünstigte, aber auch ein höheres Potential für Unruhen schuf. Und natürlich wurden die Armeen weiter mit Kartoffeln in Marsch gehalten, z.B. bei der Belagerung von Paris von 1870 / 1871, wo deutsche und französische Soldaten sich gegenseitig mit Kartoffeln aushalfen [29].

Ab 1869 wurden auch in der Türkei Kartoffeln angebaut, durch siedelnde Tscherkessen in Anatolien (russische Kartoffeln), ausserdem in Akava. Fortan entwickelte sich in der Türkei ein Kartoffelanbau mit vorwiegend "deutschen" und "holländischen" Kartoffeln [82], "Kultur"-Kartoffeln eben [5]. Die durch die polnische Teilung 1870 nach Russland auswandernden Russland-Mennoniten waren hervorragende Landwirte [90]. Nach der Einführung der allgemeinen, russischen allgemeinen Wehrpflicht ab 1874 wanderten diese aber z.T. weiter nach Nord-"Amerika" [91].


Wärmeres Klima in Europa ab 1900 - Weltkriege - Industriekartoffel - und die Peruaner in den Anden bleiben arm

Grasberge
Grasberge

Grasberge und
                                        Strassenverlauf
Grasberge und Strassenverlauf

Grasberge mit Häusern
Grasberge mit Häusern

Grasberge mit Häusern,
                                        Nahaufnahme
Grasberge mit Häusern, Nahaufnahme

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Erst um 1900 endete die "Kleine Eiszeit". Diese kalte Zeit hatte in Europa neue Nahrungsmittel und die Suche nach technischen Lösungen provoziert - eine "Industrielle Revolution", wogegen die Menschen z.B. im Regenwald oder in Afrika ohne kühle Klimaperiode keine technische Entwicklung durchmachen mussten [80]. Dort, wo besondere Skepsis herrschte, wurde die Kartoffel erst ab Anfang des 20.Jh.s auf den grossen Feldern angepflanzt, z.B. in Island [89].

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Rassist Rudolf
                                      Steiner (1905 [58]) meinte, man
                                      solle Kindern keine Kartoffeln
                                      geben, denn Kartoffeln seien
                                      "Früchte der Finsternis"
                                      und als Nachtschattengewächs
                                      "unberechenbar"

Rassist Rudolf Steiner (1905 [58]) meinte, man solle Kindern keine Kartoffeln geben, denn Kartoffeln seien "Früchte der Finsternis" und als Nachtschattengewächs "unberechenbar"

Weltkriegsoldaten
                                        1939 [60]; ohne Kartoffeln gibt
                                        es keine Massenheere...
Weltkriegsoldaten 1939 [60]; ohne Kartoffeln gibt es keine Massenheere...

Berlin-Blockade
                                        (Blockade von West-Berlin) von
                                        1948, ein
                                        "Rosinenbomber" [59],
                                        und viele getrocknete Kartoffeln
                                        wurden eingeflogen
Berlin-Blockade (Blockade von West-Berlin) von 1948, ein "Rosinenbomber" [59], und viele getrocknete Kartoffeln wurden eingeflogen

Anfang des 20.Jh.s waren Deutschland, Polen, Frankreich und Russland die grössten Kartoffelproduzenten [90]. Der erste Weltkrieg provozierte in den Jahren 1916/1917 wegen Arbeitskräftemangels eine Kartoffel-Missernte, die in der Hungersnot von 1918 ihren Ausdruck fand [38]. Die Gegner der Kartoffel gab es aber auch im 20.Jh. weiterhin, z.B. der Rassist und "Philosoph" Rudolf Steiner, der behauptete, Kartoffeln seien als Nachtschattengewächs unberechenbar, und man solle den Kindern "diese Früchte der Finsternis" nicht zu essen geben [73]. Russland verdoppelte bis 1929 seinen Anteil an der weltweiten Kartoffelproduktion auf rund 22% [90]. Während der Belagerung von St. Petersburg (Leningrad) wurden Ratten gegessen, der Konsum von Kartoffeln aber allgemein verweigert und nur in Krankenhäusern verzehrt  [76]. Zuletzt erlebte die Trockenkartoffel eine Wiederbelebung währen der Blockade West-Berlins [76] (1948-1949 [77]).

Als die Messer noch eine Stahlklinge hatten, nahmen die Kartoffeln beim Schneiden jeweils den Stahlgeschmack an, und so entstand die Sitte, die Kartoffeln nicht mit dem Messer zu schneiden. Heute mit Chromstahl ist diese Sitte überholt [28].


Ab der Perestroika wanderte dann ein Teil der Nachkommen der deutschen, ausgewanderten Bauern nach Deutschland zurück [90]. Autor Uwe Timm behauptet wiederum, die Kartoffel sei "der Prolet unter den Gemüsen" [82]. Nun, vielleicht ist ja Herr Timm der Prolet, und die Kartoffel wird ihn heilen... [5] Seit 1998 sind Forschungen im Gang, mit einer neu entdeckten Kartoffel gezielt eine Öl-Kartoffel zu züchten [42]. Die [korrupte] UNO erklärte das Jahr 2008 zum "Jahr der Kartoffel", um das Wissen und die Forschung anzuregen [39]. Da die Menschen heute in den "zivilisierten" Ländern immer allergischer werden, nehmen auch die Fälle von "Zöliakie" (Allergie gegen Getreide) zu, und die Kartoffel ist dann die Alternative [42].

Neugierige Industrielle kultivieren heutzutage in Europa neue Kartoffelarten, die aus Peru stammen, z.B. für die Farbstoffindustrie (Sorte "Vitelotte"), oder für den Delikatessenmarkt (Sorte "Phureja") [89].

Grasberge und Andenkette mit
                                Wolkenbild
Grasberge und Andenkette mit Wolkenbild

Hof im Grasland
Hof im Grasland

Steinkreise
Steinkreise

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Heute (2008) werden von der Kartoffelernte in Deutschland
-- 40% als Tierfutter verwendet (Mastkartoffeln)
-- 25% zu Stärke und Alkohol verarbeitet (Industriekartoffeln, als Schüttgut transportiert)
-- 10% als Saatgut verwendet (Saatkartoffeln, in staatlich kontrollierten Betrieben angebaut, aus Angst vor Kartoffelseuchen)
-- und nur 25% zur Ernährung der Menschen verwendet (Konsumkartoffeln, in Standardboxen transportiert) [73].

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Ein Indigena-Kind mit
                                      gefrorenen Wangen, Süd-Peru [61].
                                      Die Nachkommen der Inkas leben in
                                      Armut, während die
                                      peruanisch-"christliche"
                                      Mestizen-Regierung billige
                                      Kartoffeln importiert
Ein Indigena-Kind mit gefrorenen Wangen, Süd-Peru [61]. Die Nachkommen der Inkas leben in Armut, während die peruanisch- "christliche" Mestizen- Regierung billige Kartoffeln importiert



Im Gegensatz zur industriellen Verwertung und dem Wohlstand in Europa durch die Kartoffel fristet die Bevölkerung in den Anden Süd-"Amerikas" ein eher karges Dasein: In Peru in den Anden werden Kartoffeln nur zum Eigenbedarf produziert, da so viel importiert wird, dass der Preis unter dem Gestehungspreis der Anden liegt. Stattdessen werden Coca-Blätter angepflanzt, die grossen Gewinn einbringen und den Yankee mit Drogen vergiften [76]. Aber seit einigen Jahren geht die korrupte, peruanische Regierung auch gegen die Coca-Blätter vor, und die Anden-Bauern wissen nicht, wie sie Geld verdienen sollen [5]. Fleischkonsum in den Anden ist nicht so häufig wie in Europa, in den verarmten Sierra-Gegenden Ecuadors z.B. nur alle drei Monate [76], in Perus Anden vielleicht etwas häufiger [5].

Das war also ein bisschen Kartoffelgeschichte. Weitere Details über Europas Kartoffelgeschichte sind z.B. auf http://www.kartoffel-geschichte.de. Europa hat dem peruanischen Volk übrigens für die Kartoffel
nie ein offizielles "Danke" gesagt. Dafür werden die Balkan-Bevölkerungen bevorteilt, und die Peruaner dürfen in Europa kaum arbeiten. Irgendwie fehlt da ein bisschen Gerechtigkeit...

Steinkreise, Nahaufnahme
Steinkreise, Nahaufnahme


Panorama und Wolkenbilder
Panorama und Wolkenbilder

Berg mit Wolke
Berg mit Wolke


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Kartoffelanbau: Anbaumethoden für die Kartoffel

Generell: Je mehr Regen, desto mehr Nitrat (Stickstoff) in der Kartoffel

Kartoffeln lagern je nach Witterung mehr oder weniger Nitrat (Stickstoff) ein. Je mehr Regen, desto mehr Nitrat (Stickstoff) wird im Boden freigesetzt und die Kartoffeln lagern mehr Nitrat ein. Nitrat wird im menschlichen Körper in Nitrit umgewandelt und behindert den Sauerstofftransport der roten Blutzellen [82] bzw. die Denkfähigkeit und die Bewegungsfähigkeit werden verlangsamt. Das gilt auch für zu häufige Stickstoff-Düngung [5]. Ausserdem sind der Stärkegehalt, die Haltbarkeit und die Kocheigenschaften herabgesetzt [82].

Die Inkas und ihre Vorfahren hatten kaum technische Geräte, sondern nur ein Holzscheit für die Furche, allenfalls mit Bronzeblatt, und zum Setzen Hacke und Grabstock. Die Männer setzten die Furche und gruben Löcher, und die Frauen legten die Knollen hinein. Die Knolle war ein Fruchtbarkeits-Symbol, das durch »Mutter­ Erde« (in Ketschua: pacha mama) repräsentiert ­wurde. Und auch die Ernte war gemeinsam. Zugtiere gab es nicht, alles musste gemeinsam getragen werden. Es wurden jeweils verschiedene Kartoffelsorten gleichzeitig angebaut, und Monokultur gab es gar nicht [76].

Anden:

Die stetige Ausweitung der Anbauflächen durch Bevölkerungswachstum (Mais und Kartoffeln, z.T. in Terrassen) hatte die Vernichtung der Wälder und Bodenerosion in den Anden zur Folge [76]. Der Kartoffelanbau mit seinen Furchen und später mit seinen Querdämmen wirkt gleichzeitig der Bodenerosion entgegen, denn das Wasser versickert gut im offenen Boden und abgebremst durch die Querdämme. Kartoffelanbau vermindert ergo auch die Hochwassergefahr [81].

Sicht in ein breites Tal
Sicht in ein breites Tal

Andenketten
Andenketten

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Um das Jahr 900 n.Chr. wurden von den Inkas in ihrem zu dieser Zeit kleinen Reich um Cusco Bergterrassen für Mais- und Kartoffelanbau angelegt, und für den Mais auch Bewässerungskanäle, z.B. im Tal von Patacancha ein Kanal mit knapp 6 km. Erosion wurde durch den Terrassenbau verhindert, und der Kartoffelanbau war intensiv, aber schonte die Ressourcen [76].

Tiwanaku-Anbausystem:

Die Hochkultur der Tiwanaku am Titicaca-See (2.-10.Jh. n.Chr.) bauten die Kartoffeln mit einem Kanal- und Hügelsystem an. Der Aushub der parallel verlaufenden Kanäle wurde zu Hügeln aufgeschüttet und die Kartoffeln auf den Hügeln angepflanzt. Während der Inka-Besetzung und der spanischen Besetzung wurde dieses Anbausystem zerstört. Die Wiederbelebung dieser Methode in den 1990er Jahren ergab eine sehr hohe Ernte (normal 2,5 t/ha, mit dem Kanal-Hügel-System 20-25 t/ha). In der Nacht baute sich jeweils eine schützende Nebelglocke auf, mit Schutzwirkung gegen Frost [76].

Inkas:

Die peruanische Kartoffel war klimatisch bedingt v.a. im Inka-Gebiet beheimatet, Peru und heutiges Bolivien und Nord-Chile, in den Anden und auch an der Nebelküste von Peru. Kartoffeln wurden bis auf eine Meereshöhe von 3500 m ü.M. angebaut. Wilde Kartoffeln wuchsen noch bis 4500 m ü.M. [76].

Die Felder wurden bei den Inkas in Fruchtfolgen angepflanzt. Der Rhythmus bestand aus Mais, Kartoffeln, Quinoa, Kana­hua, Saubohnen, und dann eine lange Brachezeit von zwei bis fünf Jahren. Weitere Anbauprodukte waren <Baumwolle, zwei Tabaksorten (Nico­tiana tabacum und Nicotiana rustica), Ananas, Avocados, Chirimoya, Chilipfeffer (von den Arawak in der Karibik aji genannt), Koka und ­meh­rere Kürbisarten.> Der Anbau entsprach somit etwa dem Standard des "Fruchtbaren Halbmonds" im Nahen Osten [76].

Eine Tradition der Indigenas in den Anden ist es (zum Teil bis heute (2009)), den Pflanztermin für die Kartoffeln von der Sichtbarkeit der Sterne der Plejaden im Juni abzulesen. Ein ungetrübter Nachthimmel im Juni mit strahlenden Sternen verspricht eine normale Saison. Sind die Plejaden im Juni in der Nacht nur schwach sichtbar und mit Cirruswolken verhangen, so ist ein El Niño zu erwarten und der Regen verschiebt sich um 1 bis 2 Monate, und entsprechen wird der Pflanztermin um 4 bis 6 Wochen verschoben. Untersuchungen der Meteorologen der Universität Davis (Kalifornien) bestätigten den Zusammenhang [76].

Kartoffelfeld
Kartoffelfeld

Baumgestalt
Baumgestalt

Gelber Strauch
Gelber Strauch

Kartoffelfeld und Erntearbeit,
                                  17:01 Uhr
Kartoffelfeld und Erntearbeit, 17:01 Uhr

Kartoffelfeld und Erntearbeit,
                                  Nahaufnahme
Kartoffelfeld und Erntearbeit, Nahaufnahme

Kartoffelfeld und Baumgestalten
Kartoffelfeld und Baumgestalten

Santa Maria de Chicmo
Santa Maria de Chicmo?

Nun folgten einige Dörfer kurz hintereinander, und nur die Chauffeure wissen genau, welches welches ist...

Lehmziegelhaus
Lehmziegelhaus

Häuserreihe mit Wellblech und
                                    Naturstrasse
Häuserreihe mit Wellblech und Naturstrasse


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Die Einheit von Bäumen, Feldern und Weiden für einen besseren Boden von unten (Wurzeln)

Eine weitere Tradition der Inkas ist es (zum Teil bis heute (2009), eigene Beobachtung), den Feldanbau mit Baumkulturen zu kombinieren, um den Erdboden mit Nährstoffen zu versorgen:

<Die Inkas pflanzten auch bestimmte Arten von Bäumen, zum Beispiel Ulmen und Erlen (Alnus acuminata). Die Symbiose von Baumwurzeln mit stickstoffoxidierenden Bakterien fördert die Nährstoffversorgung. Als in ­Europa die Brandrodung noch weithin üblich war, wurde bei den Inkas das unerlaubte Fällen von Bäumen und das Verbrennen von Holz durch hohe Strafen unterbunden.> [76]

Europa:

Die Einheit von Bäumen, Feldern und Weiden für einen besseren Boden von oben (Laub)

Auch "von oben" haben Bäume Einfluss auf den Boden: Das Laub der Bäume und weidende Schafe nach der Ernte fördern eine gute Humusbildung:

<Ackerbau unter Bäumen, hier Getreide. Das Laub wird mit der nächsten Stoppel eingehäufelt und trägt so optimal zur Humusbildung bei. Vorher haben Schafe geweidet, Stroh, Stoppel, den eigenen Dung in die Furchen hinunter getreten.> [102]

Kartoffeln gegen Unkraut
Biologischer Landbau in Europa: Kartoffelanbau vertreibt Unkraut:

Der natürliche Landbau weiss, dass Kartoffeln Unkraut von den Feldern vertreiben, vor allem wenn man Kartoffeln anpflanzt, deren oberirdische Pflanzen ein grosses Blattwerk entwickeln (Blatttypen, keine Stängeltypen), denn dann gehen die Unkräuter mangels Sonnenschein zu 75% ein. Wenn danach über den Winter auch noch Gelbsenf angepflanzt wird, ist das Feld im nächsten Jahr komplett unkrautfrei und sogar für den Anbau von Zwiebeln geeignet [95]. Kartoffeln kann man prinzipiell auf Feldern anbauen, wo das Unkraut Überhand nimmt, vorübergehend auch auf Friedhöfen [76].

Kartoffeln auch auf mageren Böden
Die Kartoffel konnte in Europa auch auf mageren und kargen Böden angebaut werden, auch in Schweden auf felsigen oder in moorigen Böden [89].

Die Arbeitsteilung in Europa war extremer: Furche und Loch durch Männer, Kartoffel legen und Kartoffelernte durch Frauen. So war es z.B. bei den brandenburgisch-ostpreussischen Bauern [76].

<Der Kartoffelanbau ist sehr aufwändig. Vor der Aussaat müssen die passenden Sorten für Klima und Boden ausgewählt werden> [43]. Konkret: Der Boden, die Temperatur, und der regelmässig verteilte Regen während des Wachstums, das muss alles stimmen. Besonders gefördert wird das Wachstum bei nicht vorgekeimten Knollen im Frühjahr bei etwa 8°C [42].

<Nachdem die Kartoffeln ihre ersten Triebe gebildet haben, müssen sie „angehäufelt“ werden, damit die Knollen nicht dem Tageslicht ausgesetzt sind. Denn liegen die Knollen im Freien, verfärben sie sich auf Grund der Lichteinstrahlung grünlich. In ergrünten Kartoffeln aber ist der Solaningehalt (Gehalt toxischer Pflanzenstoffe) höher als in nicht ergrünten Kartoffeln, weshalb die Grünverfärbung auf jeden Fall vermieden werden soll. Während der Wachstumsphase muss der Bauer ständig Unkraut jäten, da es den Knollen ansonsten wertvolle Nährstoffe aus dem Boden rauben würde. Pilzkrankheiten wie die Krautfäule machen dem Bauern ebenso zu schaffen wie der Schädlingsbefall, vor allem der des Kartoffelkäfers und seiner Larven. Diese ernähren sich von den Blättern der Pflanze und hemmen somit auch das Wachstum der Knollen unter der Erde. Wer wie wir nicht ständig mit der chemischen Keule um sich schlagen möchte, der kann die Schädlinge oft nur von Hand ablesen – und verbringt somit Stunden damit, die Käfer und Larven einzusammeln> [43]. Es gab eine Zeit, als es noch keine Kartoffelkäfer in Europa gab, aber diese Zeiten sind leider längstens vorbei...

Es gibt Bauern, die meinen, wenn man die aus der Erde kommenden Stängel jeweils niedertritt, so würden die Knollen kräftiger und grösser werden. Auch bei Zwiebeln und Lauch wurde das durch die "Zwiebeltreter" in Bamberg so gemacht [82].

Wenn die Kartoffelpflanze ihre gelb-grünen Früchte gebildet hat, ist es Zeit, die Kartoffeln zu ernten [72].

Die europäischen Beobachtungen bemerkten, dass die Kartoffeln den Boden reinigen und dann andere Gemüse auf dem Feld besser wachsen als zuvor. Ausserdem vertreiben Kartoffeln den schädlichen Huflattich (Krünitz) [82]. Die Kartoffel fügte sich nahtlos in die Dreifelderwirtschaft ein, vor allem dann, wenn die Bauern keine Viehhaltung betrieben: Statt der Brache wurden Kartoffeln und Tabak gepflanzt, und der Boden wurde dadurch besser. Die Bauern fanden bald heraus, dass die beste Folgefrucht nach der Kartoffel der Flachs war. Später löste der Spargel teilweise die Kartoffel ab [82].

China mit "Kartoffelkiste":

In China mit chronischem Platzmangel wurde die Anbaumethode der "Kartoffelkiste" erfunden, mittels Brettern mit 1 Meter Länge und 25 cm Höhe: Wenn die Blätter der Saatkartoffel aus der Erde wachsen, werden neue Bretter angesetzt und eine neue Schicht Erde (25 cm) aufgeschüttet und neue Kartoffeln gesetzt. Das wird bis zu einem Meter Höhe wiederholt. Die Ernte ergibt bis zu 50 kg Kartoffeln pro m2 [80].

Berlin nach 1945 mit Kartoffel-Regentonnen:

Die Bevölkerung des bombardierten Berlin nach 1945 erfand eine ähnliche Methode wie die Kartoffelkiste in China, aber mit Regentonnen: In [abgeschnittenen] Regentonnen auf Balkonen kann man in derselben Weise Kartoffeln anbauen, mit mehreren 25 cm Erdschichten [80], im Garten, im Trümmerfeld [5], oder auf dem Balkon. Dünger kam von Ziegen, auch vom Balkon [80] oder vom Garten oder vom Trümmerfeld, oder vom Bauer hergebracht [5].

Heute ist der Kartoffelanbau in den Anden nicht viel anders als vor Kolumbus bzw. vor Pizarro [76].

Lagerung der Kartoffel und die Arbeit mit lagernden Kartoffeln

<Nach der Ernte werden die Kartoffeln erst einmal einige Tage abgedeckt auf dem Anhänger belassen, damit sie richtig auskühlen können und nach dem Einlagern nicht mehr schwitzen. Dann werden sie sorgfältig verlesen, sodass nur einwandfreie Kartoffeln in den Keller kommen. Und auch dort müssen sie immer wieder durchgesehen werden, sodass Fäulnisherde sofort entdeckt und beseitigt werden können, bevor weitere Kartoffeln angesteckt werden> [43].

Wenn Kartoffeln lagern müssen, dann kühl, dunkel und trocken. Wenn Kartoffeln neben Zwiebeln oder neben Äpfeln (mit dem Reifegas Ethylen (Ethen [118]) lagern, dann spriessen sie viel schneller. Also sollte man Kartoffeln keineswegs neben Zwiebeln oder Äpfeln lagern [25]. In Pommes Frites oder Chips sind keine Vitamine mehr enthalten, sondern nur noch Fett [20].



Zirkus Galaxy
Zirkus Galaxy in einem Dorf vor Talavera

Karte mit dem Abstieg vom
                            Soraccocha-Pass durch die verschiedenen
                            Dörfer Nueva Esperanza, Huayras, Hacienda
                            Culluni Pampa / Moyobamba Baja, Santa María
                            de Chicmo und Hualalache bis Talavera und
                            Andahuaylas; Karte des
                            Erziehungsdepartements Lima. Welches Foto
                            welchem Dorf zuzuordnen ist, das wissen nur
                            die Chauffeure.
vergrössernKarte mit dem Abstieg vom Soraccocha-Pass durch die verschiedenen Dörfer Nueva Esperanza, Huayras, Hacienda Culluni Pampa / Moyobamba Baja, Santa María de Chicmo und Hualalache bis Talavera und Andahuaylas; Karte des Erziehungsdepartements Lima. Welches Foto welchem Dorf zuzuordnen ist, das wissen nur die Chauffeure.


Fenster mit Holz und Plastik
                                    statt Fensterscheiben
Fenster mit Holz und Plastik statt Fensterscheiben

Baumgestalten
Baumgestalten

Pferd (weisser Schimmel) am
                                    Strassenrand
Pferd (weisser Schimmel) am Strassenrand

Strassenbild
Strassenbild

Berggipfel im letzten
                                    Sonnenschein (01)
Berggipfel im letzten Sonnenschein (01)

Berggipfel im letzten
                                    Sonnenschein (02)
Berggipfel im letzten Sonnenschein (02)

Berggipfel im letzten
                                    Sonnenschein (03)
Berggipfel im letzten Sonnenschein (03)

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Kartoffel als Heilmittel

Die Kartoffel wurde in der Naturmedizin lange überhaupt nicht beachtet. Dabei sind die Inhaltsstoffe derart vielartig, dass Heilwirkungen unbestritten sind [14]. Die Ernährung muss ausgewogen sein, d.h. Kartoffeln alleine bringen's auch nicht. Eine Ergänzung mit Proteinen ist durchaus sinnvoll [42].

Inkas:

Die basischen Kartoffeln sind eine wertvolle Heilpflanze und haben in der Naturmedizin einen hohen Stellenwert [13]. <Schon die Inkas nutzten sie, um im September bei einem Ritual den ganzen Inkastamm vor Krankheiten zu schützen> [35], das heisst, der Kartoffel wurden am Kartoffelfest "Situa" jeweils im September die Zauberkraft zugesprochen, Krankheiten heilen und Dämonen vertreiben zu können [42].

Besserung der allgemeinen Konstitution und der Verdauung:

Die optimale Heilwirkung der Kartoffel tritt dann ein, wenn die Kartoffel schonend gekocht wird, als nur gedämpft wird. Kartoffeln mit ihrem grossen Spektrum an natürlich kombinierten Inhaltsstoffen gleichen die Körperfunktionen aus, wirken gegen Müdigkeit, Konzentrationsmangel, reguliert den Wasserhaushalt, kräftigt Muskeln, Knochen und Herz, fördert das normale Wachstum von Kindern, kräftigt das Bindegewebe, verbessert die Verdauung, entsäuert den Stoffwechsel und verringert so das Auftreten vieler Zivilisationskrankheiten, wirkt gegen Bluthochdruck, Stress, Harnsäure und Frühjahrsmüdigkeit. Die regelmässige Einnahme von gesund zubereiteten Kartoffelspeisen kann so manches Medikament überflüssig machen wie Spalt-Tabletten oder Aspirin. Deswegen wurde die Kartoffel im Mittelmeerraum auch schnell zur ergänzenden Krankenkost in Spitälern [42]. Gegen Stoffwechselprobleme und als Kur für Darm und Bauchspeicheldrüse wirkt eine 10-tätige Kartoffelsuppenkur [13]. Ein Absud aus Kartoffeln und Süssholz heilt Magenkrämpfe und undefinierbare Verdauungsprobleme [42]. Ein einziger "Kartoffeltag" entlastet bereits das Herz und fördert die Entwässerung [13] (harntreibend [5]). Generell neutralisiert die basische Kartoffel saure Mägen und wirkt somit gegen Sodbrennen [14]: Die Kartoffelstärke bindet die überflüssige Magensäure [58]. Die Kartoffel mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt beugt auch Skorbut vor [26]. Reizlose Kartoffelkost lindert auch Prostata-Entzündungen [42]. Salzkartoffeln wirken heilend nach Magen-Darm-Infekten [60].

Die Serviermethoden sind die Dickmacher - die Kartoffel alleine NICHT:

Kartoffeln sind keine Dickmacher sind, sondern die Zubereitung mit fetten Sossen, Sahne, Käse (Gratin) oder in Fetten (Pommes Frites, Kartoffelchips) - das sind die Dickmacher [22]. Wer Gewichtsprobleme hat, sollte also genau hinschauen, wie die Kartoffeln zubereitet werden und nur fettfrei zubereitete Kartoffeln essen, z.B. gedünstete Kartoffeln, oder Kartoffeln im Eintopf, als Kartoffelsuppe oder Kartoffelstock [5]. Der selbstgemachte Kartoffelstock mit Milch zubereitet ist dabei sehr zu empfehlen, weil die Milch mit hohem Vitamin A-Gehalt die Vitamine der Kartoffel optimal ergänzt [42].

Es ist aber spezifischer: Es gilt die Blutgruppenmedizin: Für die Blutgruppen 0 und A sind Salzkartoffeln negativ, für B und AB neutral. Süsskartoffeln sind für die Sekretoren der Blutgruppe 0 positiv heilend, ebenso generell für die Blutgruppen B und AB, für die Nicht-Sekretoren der Blutgruppen 0 und A neutral, und negativ für die Sekretoren der Blutgruppe A [119]. Das heisst: Salzkartoffeln können bei Blutgruppe 0 und A Gewichtszunahme auslösen, wenn zu viel davon gegessen wird, weil die Kartoffeln vom Stoffwechsel nicht gut verarbeitet werden können. Dasselbe gilt von der Süsskartoffel bei den Sekretoren von Blutgruppe A [5]. Auch Kuhmilch ist je nach Blutgruppe verschieden verträglich [119] und zu viel Kartoffelpüree mit Milch ist für Blutgruppe 0 sicher nicht so gesund, für Blutgruppe B aber sehr gesund [5]. Siehe die Tabelle mit den Lebensmitteln gemäss Blutgruppenernährung.

Kartoffel fördert Fruchtbarkeit und Sexualität:

Die Farbe Gelb ist Faktor für Heiterkeit und Munterkeit (Goethe) - und so wirkt auch die gelbe Kartoffel mit ihrer Farbe [42]. Die hodenförmige Form der Anden-Kartoffeln [80] versprach ja eigentlich schon alles und hielt dann auch das sexuelle Versprechen [5]. Denn: Mit dem Vitamin B der Kartoffelknolle wird auch Folat (Folsäure) aufgenommen, die die Zellteilung fördert, u.a. auch die Bildung von Spermien. Kartoffeln fördern also die Fruchtbarkeit beim Mann [42]. Das Nikotin in der Kartoffel [42] wirkt wohl wie Nikotin, weckt also Emotionalität, Konzentration und Aufmerksamkeitsvermögen, wirkt also allgemein stimulierend [44], was auch auf das Liebesleben positiv wirken dürfte [5]. In den Klostergärten und Fürstengärten Mitteleuropas wurde deswegen die Kartoffel regelmässig angebaut, für die "ehelichen wercke". Kartoffelsalat mit Mayonnaise heilt gemäss Heilpraktikern vom verfrühten Samenerguss. In Kombination mit Frikadellen ist die Wirkung noch besser [42]. Kartoffelscheiben in den Achselhöhlen saugen den Achselschweiss auf und die zugehörigen Pheromone auf, so dass die Kartoffelscheiben zu "Pheromonbomben" werden, und so wurde früher jeder Flirt zum sexuellen Fest, z.B. im Baltikum. Die Kartoffel förderte allgemein das Flirtverhalten und den Koitus interruptus, so Joachim Radkau (deutscher Geschichtsprofessor, geb. 1943 [74]) in "Weltgeschichte der Umwelt" [42].

Aufgelegte, warme Kartoffeln (Kartoffelauflagen [59]):

<Die Kartoffel ist dafür bekannt, dass sie Hitze sehr lange speichern kann. Deshalb sind Kartoffelauflagen in der Naturheilkunde sehr beliebt und nützlich> [59]. Die Kartoffel ist also ein hervorragender "Wärmespeicher" [71]. Mehlig kochende Kartoffeln werden gekocht, zerstampft und dann nach einer gewissen Abkühlung direkt auf die schmerzenden Stellen gelegt:

-- gegen Gichtanfälle auf die betroffenen Stellen legen [42]
-- bei Nierenentzündung auf die Stelle der betroffenen Niere legen [42]

Kartoffelwickel, Kartoffelumschlag (Kartoffelkompresse [42]):

Ein Kartoffelwickel besteht aus zwei Baumwolltüchern und einem Wolltuch: Die gekochten [62], mehligen [5] Kartoffeln werden auf dem ersten Tuch zerstampft, mit dem zweiten Tuch überdeckt, und das Wolltuch darum herumgebunden behält die Wärme [62].

Ein warmer Kartoffelumschlag (Umschlag mit Pellkartoffeln, ein warmer Kartoffelbrei auf trockenem Leinentuch) wirkt gegen Halsschmerzen, rheumatische Beschwerden, Sehnenscheidenentzündungen, Hautleiden, Durchblutungsstörungen, Entzündungen bei Bauchschmerzen und bei Krämpfen bei Bauchschmerzen und Blasenentzündungen [13], ebenso gegen Ischias, Rheuma und hartnäckigem Husten [14], gegen Zug-Verspannungen, gegen Zug im Nacken, Hexenschuss im Kreuzbein und in der Wirbelsäule [36]. Der Kartoffelumschlag darf dabei nicht zu heiss sein [36]. Wirkt auch gegen Gallenkoliken [42]. Bei Ohrenschmerzen kann man eine Kartoffelkompresse auf das schmerzende Ohr legen, oder bei Nasennebenhöhlenentzündung oder Stirnhöhlenentzündung auf die Stirn legen. Die Kartoffelkompresse "wirkt schmerzlindernd und löst festsitzenden Schleim" [61].

Andere Webseiten geben an, dass heisse Kartoffelauflagen oder heisse Kartoffelwickel Entzündungen noch verstärken können und deswegen bei Entzündungen ungeeignet seien [71]. Also ist bei Kartoffelauflagen auf Nierenentzündung und Sehnenscheidenentzündung Vorsicht geboten, vielleicht nur lauwarm auflegen [5].

Kartoffelbreisack (heisse Kartoffeln im Leinensack, dann gewalkt):

-- gegen Ischias und Hexenschuss, so sagte bereits Sebastian Kneipp [42]

Berggipfel im letzten
                                    Sonnenschein (04)
Berggipfel im letzten Sonnenschein (04)

Berg mit Serpentinen
Berg mit Serpentinen


Sicht auf Talavera (01)
Sicht auf Talavera (01)

Baumgestalt und Berggipfel im
                                  Sonnenschein vor Talavera
Baumgestalt und Berggipfel im Sonnenschein vor Talavera

Sicht auf Talavera (02)
Sicht auf Talavera (02)

Sicht auf Talavera (03)
Sicht auf Talavera (03)

Sicht auf Talavera (04)
Sicht auf Talavera (04)

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Kartoffelscheiben roh:

Rohe Kartoffelscheiben lindern Augenschwellungen und Kopfschmerzen [13].

Kartoffelmehl (geschabte Kartoffeln als Masse):

-- soll Brandwunden heilen, und soll hochschwangeren Kühen das Kalben erleichtern (in: Günther Grass: Butt) [42]
-- geschabte Kartoffeln sollen das "allerbeste Mittel" bei Brandverletzungen sein (in: Hoffmann: Kater Murr) [42]
-- lindert auf der Haut eingerieben den Juckreiz bei Gürtelrose und Windpocken (so Katharina Mary Tiedt über die Praxis ihrer Grossmutter) [42]

Kartoffelmus / Kartoffelpüree:

Man lässt das Mus roher, geriebener Kartoffeln (ev. auch nur Kartoffelscheiben) 20 Minuten auf der Haut wirken. So werden Hautfältchen geglättet, und es erfrischt die Haut [14].

Magen- und Darmkatarrh können mit kleinen Portionen Kartoffelbrei (ohne Salz und ohne Fett) gelindert werden. Das abgekochte Kartoffelwasser verstärkt die Wirkung [13].

Saft roher Kartoffeln (roher Kartoffelsaft):

Den Kartoffelsaft stellt man mit einem Entsafter aus rohen Kartoffeln her [14].
-- soll nur in kleinen Mengen eingenommen werden, weil darin in kleinen Mengen das Nervengift Solanin der rohen Kartoffel noch enthalten ist [51]
-- wirkt generell krampflösend [60]
-- im Ersten Weltkrieg wurden Soldaten, die rohe Kartoffeln gegessen hatten, innert weniger Tage von ihren Magenbeschwerden geheilt [64], und Untersuchungen mit rohem Kartoffelsaft nach dem Ersten Weltkrieg ergaben eine Heilung aller Magenpatienten mit rohem Kartoffelsaft innert 5 bis 10 Tage [64]
-- roher Kartoffelsaft wirkt generell "positiv auf Magen und Darm", insbesondere bei "Darmerkrankungen, Geschwüren und Schleimhautentzündungen des Magentrakts", sagte schon der Begründer der Homöopathie, Christian Friedrich Samuel Hahnemann [42]
-- wirkt gegen Sodbrennen und Völlegefühl [42] und wirkt vorbeugend bei Neigung zu Magengeschwüren [64]
-- wirkt auf nüchternen Magen getrunken gegen Magenschleimhaut- entzündung [42]
-- ein Magengeschwür wird mit rohem Kartoffelwasser gelindert, das mit Wasser verdünnt wurde [13]
-- gegen Sonnenbrand, und gegen mittlere Verbrennungen (keine offenen Wunden) wirkt eine Mischung aus rohem Kartoffelsaft und Öl [14].

Kartoffelkochwasser:
-- enthält das Solanin der gekochten Kartoffeln und sollte nur in kleinen Mengen eingenommen werden [51]
-- Kartoffelkochwasser wirkt gegen Magen-Darm-Katarrh [13].

Kartoffelschalenwasser:

Gekochtes Kartoffelschalenwasser wirkt, 1/2 bis 1 Liter über den Tag regelmässig eingenommen,
-- gegen Gicht [14].
-- ein Gesichtsdampfbad mit gekochten Kartoffelschalen löst Stirnhöhlenvereiterung [14].

Tee, Tinktur, Bäder:

Auch die Anwendung als Tee (Kartoffeltee), Tinktur (Kartoffeltinktur) oder Bäder (Kartoffelbad) hat ihre Wirkung und ist vor allem eine Magenpflege, bei "Darmentzündungen, Magenentzündungen, Skorbut, Sodbrennen und Verstopfung" [40]. Kartoffel "bindet Magensäure, lindert Sodbrennen" [41].

Die homöopathische Kartoffeltinktur (Urtinktur "Solanum tuberosum):

Die Kartoffel-Urtinktur "Solanum tuberosum" wird aus der grünen Kartoffelbeere hergestellt und angewandt bei Wadenkrämpfen, spasmodischen Krämpfen der Finger, bei Ohnmacht, bei rheumatischer Arthritis und bei Kopfschmerzen. Burnett (James Compton Burnett, Homöopathieforscher [65]) heilte mit der Kartoffel-Urtinktur Tumore im Bauchraum und an der Gebärmutter. Gleichzeitig hat die Behandlung mit Kartoffel-Urtinktur von Dr. Burnett nervliche Nebenwirkungen wie tiefliegende Augen, erweiterte Pupillen, starrer Blick, hippokratisches Gesicht mit ängstlichem Ausdruck [64] und stammelnde Sprache durch gelähmte Zunge [66].

Experimente von Mure (Benoît Mure, Gründer einer homöopathischen Poliklinik in Paris 1839 [67]) mit der Kartoffel-Urtinktur ergaben 378 Symptome [66]

Kartoffelsuppe:
-- gegen Gichtleiden [47]

Kartoffelabsud:

-- gegen Räude (Hautkrankheit), gegen Grind (Wundenkruste) [42]

Kartoffelschnaps:

-- regt die Nieren an und hat harntreibende Wirkung [42]

Wirkung der Kartoffel-Mineralien:

Kartoffeln enthalten Chrom und beugen so einem zu tiefen Blutzuckerspiegel vor, der Müdigkeit, Gereiztheit und Unruhe provoziert. Krämpfe durch Mineralmangel (Kaliummangel und Magnesiummangel) können mit Kartoffelkost vermieden werden [42].

Kartoffel heilt Krebs:

-- gemäss der Universität in Cambridge schützen Kartoffeln bestens vor Darmkrebs [42]
-- blaue Farbstoffe in blauen Kartoffeln (Anthocyane) wirken vorbeugend gegen Krebs [48], was auch von bio-pharmazeutischer Seite bestätigt wird: Alle roten, violetten, blauen oder schwarz-blauen Früchte und Gemüse haben den Farbstoff Anthocyan, die bestens vor Darmkrebs schützen [49], was die Kartoffeln anbelangt, also rote und blaue Kartoffeln [5]
-- das Vitamin B6 der Kartoffel steigert speziell die körperliche Abwehr "gegen Infektionen und gewisse Krebszellen" [50]
-- Vitamin C (Ascorbinsäure) wirkt generell stimulierend auf das Immunsystem und vorbeugend gegen Krebs (Tadeus Reichstein), und somit auch die Vitamin C-reiche Kartoffel [51]
-- Selen und Vitamin E können beide für sich bewirken, dass krebserregende, freie Radikale zerstört werden und so Krebs verhindert wird, und die Kartoffel enthält Selen und Vitamin E zusammen [54]
-- Gemüse und Früchte enthalten allgemein Substanzen, die vor Krebs schützen, darunter auch die natürlich zubereitete Kartoffel. Ideal sind 400 bis 800 Gramm täglich Gemüse, Salate oder Früchte in farbenfroher Mischung, am besten so wenig verarbeitet wie möglich [56], am besten noch gemäss Blutgruppenernährung [5], und nur wenig Fleisch [56]
-- mit der Kartoffel-Urtinktur der Kartoffelfrüchte kann man Tumore im Bauchraum und an der Gebärmutter heilen, allerdings mit Nebenwirkungen mit vorübergehenden nervlichen Lähmungserscheinungen [66].

Kartoffel heilt Nieren:

Nierenkranke mit Hypertonie [hoher Blutdruck] profitieren von Kartoffelspeisen wegen des niedrigen Natriumgehalts. Menschen mit Niereninsuffizienz profitieren ebenso von einer Kartoffeldiät, wegen der hochwertigen Eiweisse. Aufgelegte warme, zerquetschte Kartoffeln heilen Nierenentzündung [42].

Kartoffel-Handcreme:

Gekochte Kartoffeln stampfen, Milch und Weizenkeime zugeben und mischen und so die Handcreme auftragen, danach die Hände waschen und mit einer halbfetten Salbe eincremen [42].

Geistige Entwicklungen durch die Kartoffel

Kartoffeln provozieren auch geistige Entwicklungen in der Tierwelt:
-- wild lebende Makaken-Affen in Japan entdeckten, dass man Kartoffeln im Meer waschen kann und so besser schmecken, und so entwickelten die Makaken ein hervorragendes Sozialverhalten in der Gruppe, beobachtet von Primatenforscher Franz de Waal [42]

Heilerinnen in Gebieten mit Kartoffelanbau:

Heilerinnen und Visionäre wie Bernadette Soubirous in Lourdes oder andere "heilige" Personen wie in Tschenstochau in Polen, Therese Neumann in Konnersreuth (Region Würzburg), in Fatima in Portugal oder in Santiago de Compostela in Galizien oder in Marpingen im Saarland traten vor allem dort in Erscheinung, wo Kartoffeln die einzige Grundnahrung waren. Sie waren Kinder armer Familien, wo nur Kartoffeln gegessen wurden [81].

Wir passieren in Hualalachi (Hualalache)
Kurz vor Talavera (2 km) [107] oder 7 km [109] passiert man den Ort Hualalachi (Hualalache) mit einem Thermalbad [107], das an Festtagen auch die ganze Nacht offen hat [108]. Der Kleinbus ("Combi") braucht 20 Minuten. Das Thermalwasser hat heilende und harntreibende Wirkung, mit einem hohen Eisen- und Natriumgehalt, zur Heilung von Magen-Darm-Krankheiten und zur entspannenden Muskelpflege [109], durch Schwimmen im Wasser oder auch durch die Einnahme des Thermalwassers durch Trinken [107].
Talavera-Hualalachi
                                (Hualalache), Thermalbad (01)
Talavera-Hualalachi (Hualalache), Thermalbad (01)
Talavera-Hualalachi
                                (Hualalache), Thermalbad (02)
Talavera-Hualalachi (Hualalache), Thermalbad (02)

Ankunft in Talavera
Talavera (01), Polizeiauto hinter uns
Talavera (01), Polizeiauto hinter uns

Wir waren nun in Talavera angekommen, "Talavera de la Reyna". So heisst auch der Distrikt, in der Provinz Andahuaylas [102]. Talavera liegt auf 2820 m ü.M. [104] bzw. durchschnittlich auf 3000 m ü.M., und hat 7381 Einwohner (2006) [103] bzw. ca. 10.000 Einwohner [105].
Talavera (02), 17:42 Uhr
Talavera (02), 17:42 Uhr

Und endlich war das Ende der langen Reise in Sicht, und auch im Gefühl: Wir fuhren nach 12 Stunden Rappelfahrt endlich wieder auf einer asphaltierten Strasse.
Talavera (03), Allee
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Talavera, Greisin [62]
Talavera, Greisin [62]
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Talavera, Greisin im Rollstuhl
Talavera, Greisin im Rollstuhl [63]
Talavera (03), Allee

Talavera ist ein Ort der Landwirtschaft und der Viehzucht (Schweine, Hühner, Meerschweinchen etc.). Krankheiten in der kalten Jahreszeit sind hier wohlbekannt (Grippe, TB) [105], weil die älteren Menschen nicht wissen, wie sie sich helfen können, oder weil das Geld für eine gute Verpflegung oder für Medikamente fehlt, bzw. es fehlen Altersheime und die Betreuung der älteren Menschen [5].
Talavera (04)
Talavera (04)

Talavera produziert lokale, landwirtschaftliche Spezialitäten wie Holundermarmelade (sauco), Käse, und Honigwein ("hidromiel") [106] von Bienenfarmen der Umgebung. Honigwein ist ein Naturerbe der Region Talavera und war auch das Getränk der Wikinger und englischer Herrscher [107].
Talavera (05), Uhrenturm
Talavera (05), Uhrenturm
Talavera (06), der Chumbao-Fluss
                                  (Rio Chumbao) Talavera (06), der Chumbao-Fluss (Rio Chumbao)

In Talavera trafen wir dann auf den kanalisierten Chumbao-Fluss (Rio Chumbao), und daneben verläuft eine gerade Strasse. Hier hatten die Planer von Peru offenbar das europäische Konzept der Landgewinnung und der Strassenplanung übernommen: Fluss kanalisieren, Mäander aufschütten, Strasse dem kanalisierten Fluss entlang bauen. Die Tierwelt hatte hier nicht mehr viel zu sagen [5]. Es waren die letzten 5 km bis Andahuaylas in der Abendsonne [6].

Auf der Verbindungsstrasse zwischen Talavera und Andahuaylas verkehren Kleinbusse (Combis) für weniger als einen Sol [106].


Ankunft in Andahuaylas
Andahuaylas, der Chumbao-Fluss (Rio
                        Chumbao)
Andahuaylas, der Chumbao-Fluss (Rio Chumbao)

Andahuaylas liegt auf 2926 m ü.M. und hatte im Jahr 2005 34.087 Einwohner [115]. Der Flugplatz von Andahuaylas wird regelmässig von Lima her angeflogen [116].

Andahuaylas liegt in einem fruchtbaren Tal mit gemässigtem Klima, mit satten Wiesen, Kornfeldern und Baumgruppen mit Eukalyptus, Erlen und Weiden. Andahuaylas hat einen grossen Sonntagsmarkt. Spezielles Kunsthandwerk wird nur wenig produziert [4].
Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal
                        terrestre) 01, 18:00 Uhr
Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal terrestre) 01, 18:00 Uhr

Die Kultur der Chankas mit dem Zentrum Andahuaylas

Die Geschichte von Andahuaylas beginnt schätzungsweise mit Jägern und Sammlern ungefähr 10.000 v.Chr., was auch durch archäologische Funde bewiesen ist (4000 Jahre alte Petroglyphen von Qumpicancha und Ollabamba). Zuerst bevölkerten die "Quichuas" oder "Quechuas" die Gegend, und die Siedlung, wo heute Andahuaylas steht, wurde damals "Quichuas" genannt [110]. Dann war das Gebiet ein Teil des Imperiums der Wari [112]. Um 800 n.Chr. besetzten dann Anhänger der kriegerischen Chankas das Gebiet der heutigen Provinz Andahuaylas [110], die zum Teil meinten, sie würden von einem Puma abstammen [115]. Diese sesshaften, aber kriegerischen Siedler kamen von der Lagune Choclococha her und waren das Pampas-Tal entlanggewandert. Andahuaylas wurde zum politischen und militärischen Zentrum der Chankas, mit Göttern, Tempeln, grossen Häusern, Bräuchen und Gebräuchen, mit Festungen (z.B. Sondor), Metallhütten (Curamba) [112], später auch ein Inka-Sonnenstein ("Intihuatana") in Uranmarca [112,113]. Sie legten Dörfer, Brücken und Wege an, betrieben natürlichen Anbau (Chili, Coca-Blätter, Baumwolle und Früchte) sowie Töpferei [110]. Die Chankas betrieben auch Pflanzenzucht und Viehzucht mit Schäfern und Lamas, Vicunias, Alpacas, Guanacos, in grossen Ställen, mit speziellen Einrichtungen zur Kontrolle und Futtergabe, zur Fleisch- und Wollproduktion [112].

Chankas-Ruine von Sondor, im
                                  Hintergrund eine Pyramide [68]
Chankas-Ruine von Sondor, im Hintergrund eine Pyramide [68]
Sondor, Chankas-Pyramide [69]
Sondor, Chankas-Pyramide [69]

Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal
                        terrestre) 02
Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal terrestre) 02

Die Chankas belagern Cusco - die Inkas besetzen Andahuaylas

Das Chankas-Reich mit dem Hauptort Andahuaylas war landwirtschaftlich sehr wertvoll, und auch strategisch war Andahuaylas ein Kriegsziel der Inkas zwischen dem Pachachaca-Fluss und Pampas-Fluss. Diese gut organisierte und strategisch ideal gelegene Chanka-Provinz Andahuaylas weckte Begehrlichkeiten bei den Inkas [110]. Aber auch die Chankas waren nicht abgeneigt, ihrerseits eine Expansion gegen die Inkas durchzuführen. Mit 40.000 Kriegern unter den Generälen Anccohuallo, Astohuaraca und Tumayhuaraca marschierten die Chankas gegen die Nation der Inkas [112], belagerten Cusco, aber die Inkas konnten mit neuer Verstärkung die Chankas zurückdrängen, die sich nach Ichopampa verziehen mussten, und wo sie durch ein Inka-Heer unter Pachacutec blutig niedergeschlagen und hinter den Apurimac-Fluss abgedrängt wurden. Die Reste de Chanka-Heeres gaben sich nicht geschlagen, sondern zogen sich in den Urwald in das Mayo-Tal zurück, wo sie die heute noch existierenden Dörfer gründeten, wo man bis heute noch den Ketschua-Dialekt von Andahuaylas spricht [114].

Unter dem Inka-Kriegsführer Pachacutec besetzten die Inkas dann die gut organisierte Chanka-Region Andahuaylas. Für den prachtvollen Einzug des Inca Roca in Andahuaylas aber musste eine Brücke über den Apurimac-Fluss zwischen Cusco und Abancay erst noch gebaut werden... [110]. Der Ketschua-Name von Andahuaylas war "Antawaylla" [111]. Schliesslich dehnte sich das Inka-Reich über die gesamte Chanka-Region aus, mit der heutigen Region Ayacucho [112]. Zu Zeiten der Inkas existierte die Stadt Ayacucho noch nicht [119].

Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal
                        terrestre) 03, Schalterhalle
Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal terrestre) 03, Schalterhalle

Die spanisch-rassistische Kolonialistenherrschaft in Andahuaylas
Im Jahre 1533 kamen die spanisch-rassistischen Besetzer unter Pizarro, köpften den Inka-König Atahualpa und besetzten am 7. November 1533 Antawaylla. Francisco Pizarro liess daraufhin die Stadt "San Pedro de Andahuaylas La Grande de la Corona" ausrufen und liess dort auch ein Kreuz aufstellen, das er angeblich von Spanien mitgebracht hatte [111]. Die Kolonialisten bauten ihr quadratisches Stadtsystem auf, mit "Kolonialarchitektur" und ihrem "Waffenplatz" ("plaza de armas") [115]. Die "Kolonialkirche" wurde auf einer Inka-Ruine gebaut [116].

Andahuaylas, der Zentralplatz
                                  ("Plaza de Armas") in seiner
                                  kolonialen Viereck-Quadriertheit
vergrössernAndahuaylas, der Zentralplatz ("Plaza de Armas") in seiner kolonialen Viereck-Quadriertheit [66]
Andahuaylas, Hauptkirche am
                                Zentralplatz ("Plaza de
                                Armas")
Andahuaylas, Hauptkirche am Zentralplatz ("Plaza de Armas") [67]

Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal
                        terrestre) 04, Toilettenanweisung (WC-Anweisung)
                        zum Urinieren für dumme Peruaner, die nicht
                        urinieren können
Andahuaylas, Busbahnhof (Terminal terrestre) 04, Toilettenanweisung (WC-Anweisung) zum Urinieren für dumme Peruaner, die nicht urinieren können

Rebellionen
Es folgten Rebellionen gegen die spanisch-rassistischen Besetzer. Die Chankas reihten sich in die Rebellion unter Inka-Führer Manco Inka ein mit Kämpfen in Vilcashuaman und in Uripa. Die Rebellion richtete sich insbesondere gegen den Bruder von Francisco Pizarro, Gonzalo Pizarro. Schliesslich wurde aber doch das Sklaverei-System der "encomienda" eingeführt. Ab dem 17.Jh. wurden systematisch Gebiete geraubt und "angeeignet". 1787 wurde Andahuaylas im Zuge einer Verwaltungsreform unter Karl III. von Spanien eine Provinz des Departements Huamanga (Ayacucho) [111].

Urinale mit WC-Anweisung bei jedem Urinal
                        für dumme Peruaner, die nicht urinieren können
Urinale mit WC-Anweisung bei jedem Urinal für dumme Peruaner, die nicht urinieren können

"Unabhängigkeit" - die Grossgrundbesitzer teilen nicht - grosse Armut
Nach der "Unabhängigkeit" Perus ab 1821 blieb der Grossgrundbesitz erhalten. Die Sklaverei wurde abgeschafft, aber de facto blieb sie erhalten, weil nur niedrige Löhne bezahlt wurden. Die Bauern waren weiterhin verpflichtet, für gewisse "Herren" sogar gratis zu arbeiten - für Gutsbesitzer, für religiöse Oberhäupter, für Politiker und für hohe Militärs. Die Grundbesitzer monopolisierten den Handel mit ihren Produkten. Die Gutsbesitzer wurden also zu Kolonialisten und liessen die Landbevölkerung verarmen. Und bis 1900 raubten die Gutsbesitzer weiteren Boden von den Bauern, die noch eigenes Land besassen, und liessen diese ebenfalls verarmen [111]. Die Bevölkerung der Region Andahuaylas zählt heute (2009) zu den Ärmsten Perus [116].


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Textquellen
[1] http://www.skb-s-amerika.de/Tagebuch/T64-Andahuaylas.html
[2] http://www.zippert.ch/main.php?content=foto_galerie_detail&id=40&offset=0
[3] http://www.weltumrundung.de/reisen/arpelind2002/arpelind2002kap3.html
[4] E-Book: Peru Handbook; S.504; http://books.google.ch/books?id=5cmLFRza64QC&pg=PA504&lpg=PA504&dq=chincheros+andahuaylas&source =bl&ots=zny6znaOAf&sig=Qzj0sigMcfPQDfu5cZHXKus-VkE&hl=de&ei=uR0sS_mIGdKVtgflzMSACQ&sa= X&oi=book_result&ct=result&resnum=21&ved=0CFkQ6AEwFA#v=onepage&q=chincheros%20andahuaylas&f=false
[5] Schlussfolgerung Palomino
[6] http://www.2bike.be/RoutePeru.htm
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel
[8] http://www.geschichteinchronologie.ch/as/welthandelsentw-Menninger.htm
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Kartoffel

[10] http://www.gbiu.de/Hamsterkiste/Sachkartei/Kart/kart-ab.htm
[11] http://www.cipotato.org/
[12] http://www.sciencemuseum.org.uk/antenna/futurefoods/pro/proGM_bugsmore.asp
[13] http://www.naturheilmagazin.de/ratgeber/heilmittelausderkueche.html
[14] http://www.karl-heinz-herrmann.de/wellness/Kraeuter/Kartoffel.php
[15] http://www.g26.ch/italien_kochen_italienisch_02.html
[16] http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_VII._(Papst)
[17] http://www.toffi.net/kiss/geschichte/g_10.htm
[18] http://www.historyireland.com/volumes/volume9/issue1/features/?id=264
[19] http://de.wikipedia.org/wiki/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg

[20] http://www.mediatime.ch/gemuese/kartoffe.htm
[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_I._(Preu%C3%9Fen)
[22] http://www.koch-gourmet.com/magazin/artikel/44
[23] http://www.swr.de/ratgeber/essen/kartoffeln/-/id=1768/nid=1768/did=1020910/nm1k5p/index.html
[24] http://www.forchheim-am-kaiserstuhl.de/html/seiten/text;forchheimer-tolle-knollen;38,de.html
[25] http://www.kurzefrage.de/essen-trinken/240701/wie-bewahrt-ihr-eure-kartoffeln-auf
[26] http://www.welt.de/welt_print/article1498660/Sie_schuf_sogar_Amerikas_Dialekt.html
[27] http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)
[28] http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20090224031615AA5GycY
[29] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Bei_den_Flamen/bei_den_flamen.html

[30] http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Parmentier
[31] http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_XV.
[32] http://en.wikipedia.org/wiki/Jacques_Dubois
[33] http://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Daniel_Thaer
[34] http://www.erdaepfel.info/index.php/geschichte/1
[35] http://ackerbau.suite101.de/article.cfm/die_kartoffelernte
[36] http://portasanitas.de/lexikon/Heilpflanzen---K-120.html
[37] http://www.daskartoffelhaus.de/standpunkte_assets/DAS%20KARTOFFELHAUS%20-%20Kartoffelgeschichte.pdf
[38] http://www.lfl.bayern.de/ipz/kartoffeln/29791/index.php
[39] http://www.innovations-report.de/html/berichte/agrar_forstwissenschaften/bericht-106605.html

[40] http://lexikon-alternativ-heilen.de/heilpflanzen/kartoffel.htm
[41] http://www.heilpflanzen-welt.de/kraeutergarten/2004-07-gesundheit-durch-heilpflanzen-presssaefte.htm
[42] http://www.kartoffel-geschichte.de/Dritte_Furche/Medizin-Aberglauben/medizin-aberglauben.html
[43] http://www.hofladen-max.de/wissen-a-bis-z/kartoffel__7.htm
[44] http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotin
[45] http://www.uni-potsdam.de/u/ewi/e-tox-scripts/Carbs%E4ur.pdf
[46] http://de.wikipedia.org/wiki/Roderich_Menzel
[47] http://www.toffi.net/kiss/kunst/k_020.htm
[48] http://klossmuseum.homepage.t-online.de/schwedenblau.html
[49] http://biotechnologie-pharmazie.suite101.de/article.cfm/anthocyane_gesunde_pflanzenfarbstoffe

[50] http://www.vitamine-gegen-krebs.de/vitamine/wasserloesliche-vitamine/vitamin-b6.html
[51] http://esowatch.com/index.php?title=Breu%C3%9F-Kur
[52] http://www.wer-weiss-was.de/theme174/article1852396.html
[53] http://www.botanikus.de/Beeren/Kartoffeln/kartoffeln.html
[54] http://www.regina-schallert.de/gudrun/tipps.htm
[55] http://www.berlinx.de/ego/0500/art3.htm
[56] http://www.swisscancer.ch/dt/content/violett/pdf_allge/krebsundernaehrung_d.pdf
[57] http://www.themen-tv.de/gesundheit/mit-franziska-rubin-unterwegs/3203.htm
[58] http://www.misterinfo.de/publish/beauty-und-gesundheit/alternative-medizin/pflanzen_
natur/alternative/gute-informationen-aus-dem-naturheilkunde-lexikon
[59] http://www.ratgeber.web8000.de/html/die_kartoffel.html

[60] http://www.optipage.de/kartoffeln.html
[61] http://www.naturheilpraxis-kurznhof.de/aktuelles_2007-09-26_hausmittel-september_
erkaeltung-grippe-husten-schnupfen-natuerliche-medizin-naturmedizin.htm
[62] http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Therapien/Naturheilverfahren/News/1207.php
[63] http://www.gofeminin.de/gesund-leben/kartoffel-f24928.html
[64] Bruno Vonarburg: Homöotanik. 2. Blütenreicher Sommer; E-Book, S.579;
http://books.google.ch/books?id=8Hs_Wif1j30C&pg=PA579&lpg=PA579&dq=kartoffel+ naturheilkunde&source=bl&ots=PHIl-sZn95&sig=-EtSVHnup6pEz3kRbBGNn3jiUuc&hl=de&ei= 6XsxS6nfGIOxlAfah7iUBw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=25&ved=0CFIQ6AEwGDgy#v=onepage&q=&f=false
[65] http://www.irl.de/osckategorien/buecher-deutsch//zur-aus-und-weiterbildung/pid/1327875/produkt/
Burnett-Seine-besten-Schriften-Subskriptionspr.html
[66] Bruno Vonarburg: Homöotanik. 2. Blütenreicher Sommer; E-Book, S.580;
http://books.google.ch/books?id=8Hs_Wif1j30C&pg=PA579&lpg=PA579&dq=kartoffel+ naturheilkunde&source=bl&ots=PHIl-sZn95&sig=-EtSVHnup6pEz3kRbBGNn3jiUuc&hl=de&ei= 6XsxS6nfGIOxlAfah7iUBw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=25&ved=0CFIQ6AEwGDgy#v=onepage&q=&f=false
[67] http://www.boiron.com/de/htm/06_homeo_histoire/aventure_medicaments_2.htm#
[68] http://de.wikipedia.org/wiki/Prolaps
[69] http://www.heilkunde-lexikon.de/vulva-pruritus.html

[70] http://de.wikipedia.org/wiki/Vulva
[71] http://www.bioflow.de/Das_Fernsehen_zu_Gast/das_fernsehen_zu_gast.html
[72] http://www.vaterland.li/page/dossier/chili/artikel.cfm?id=671408&ressort=04_Bei-Tisch&datum=2009-11-15
[73] http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Kartoffel.html
[74] http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Radkau
[75] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Die_Anfange/die_anfange.html
[76] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/In_/in_sudamerika.html
[77] http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Blockade
[78] http://www.grueneranzeiger.de/Seiten/Artikel/Vavilov.html
[79] http://www.amazon.de/B%C3%BCcher/s?ie=UTF8&rh=n%3A186606%2Cp_27%3AFriedrich %20Wollner&field-author=Friedrich%20Wollner&page=1

[80] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Das_Klima_in_Europa/das_klima_in_europa.html
[81] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Die_Aufklarungszeit/die_aufklarungszeit.html
[82] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Gen_Europa/gen_europa.html
[83] http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_da_Cunha
[84] http://www.hanns-blomenkemper.de/Frames/Geschichte.html
[85] http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/323464/
[86] http://www.bauhin.ch/fuchs3.htm
[87] http://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Bauhin
[88] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Gen_Europa/gen_europa.html
[89] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Im_Norden_Europas/im_norden_europas.html

[90] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Kartoffelsunder/kartoffelsunder.html
[91] http://de.wikipedia.org/wiki/Mennoniten
[92] http://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Lautverschiebung; http://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Lautverschiebung
[93] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Bei_den_Flamen/bei_den_flamen.html
[94] http://de.wikipedia.org/wiki/Bolivien
[95] http://ooommm.org/sudelwiki/Mein_Kleingarten_1#Kartoffeln_gegen_Unkraut_und_zur_Bodenverbesserung
[96] http://www.foodnews.ch/allerlei/20_historisches/Kartoffel_Geschichte.html
[97] http://www.springerlink.com/content/9p22l777252g8887/fulltext.pdf
[98] http://www.hausgarten.net/gartenforum/obst-und-gemuesegarten/14370-kartoffel-frueh-spaet-was-ist-der-unterschied.html
[99] http://de.wikipedia.org/wiki/Ahrensfelde

[100] http://de.wikipedia.org/wiki/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg
[101] http://de.wikipedia.org/wiki/Phytophthora_infestans
[102] http://es.wikipedia.org/wiki/Distrito_de_Talavera_de_la_Reyna
[103] http://population.mongabay.com/population/peru/3928043/talavera
[104] http://wapedia.mobi/en/Talavera_District
[105] http://www.lorenz-art.de/patenkinder-peru/projekte.html
[106] http://www.lonelyplanet.com/thorntree/thread.jspa;jsessionid=22B8B4DD8CF02DA93D6B2894
B8CD1AD6.app01?threadID=1376661&messageID=12088546#12088546
[107] http://www.andahuaylas.krsnic.de/html/turismo_ecologico___2.html
[108] http://www.perutoptours.com/index03aphualalachi.html
[109] http://www.turismoperu.info/(S(o23r5dmwu2evqx55heqx0d45))/0/modulos/DES/DES_VerActividad Destino.aspx?DES=154&PFL=1&AspxAutoDetectCookieSupport=1

[110] http://www.andahuaylas.com/index.php?option=com_content&view=
article&id=46:historioa&catid=2:andahuaylas&Itemid=11
[111] http://www.andahuaylas.com/index.php?option=com_content&view=article&id=46%3
Ahistorioa&catid=2%3Aandahuaylas&Itemid=11&limitstart=1
[112] http://matematico.galeon.com/historia.html
[113] http://en.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu#Intihuatana_stone
[114] http://www.rebeldechanka.com/historia_chankas.html
[115] http://es.wikipedia.org/wiki/Andahuaylas
[116] http://de.wikipedia.org/wiki/Andahuaylas
[117] http://de.wikipedia.org/wiki/Ansiedlungsrayon; http://es.wikipedia.org/wiki/Zona_de_Asentamiento
[118] http://de.wikipedia.org/wiki/Ethen
[119] http://www.geschichteinchronologie.ch/med/DrDAdamo/blutgruppen-0-A-B-AB/tabellen-0-A-B-AB.html
[120] http://es.wikipedia.org/wiki/Ayacucho

Karten

-- Karte als beschriftetes Satellitenfoto Strecke Uripa-Talavera-Andahuaylas: Satellitenfoto von maps.yahoo.com, Beschriftung von Michael Palomino
-- Karte mit dem Abstieg vom Soraccocha-Pass bis Talavera und Andahuaylas: Erziehungsdepartement Lima;
http://escale.minedu.gob.pe/downloads/carta/cartas_regionales/apurimac.pdf
-- Karte Spanien um 1600: http://valencianisme.wordpress.com/2008/10/

Fotoquellen
[1] lila Kartoffelblüten: http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel
[2] weisse Kartoffelblüten: http://www.freizeitfreunde.de/bild/kartoffelbluete1-31709-102-150270
[3] Kartoffelpflanze, Schema: http://www.gbiu.de/Hamsterkiste/Sachkartei/Kart/kart-ab.htm
[4] Kartoffeln gelb, orangerot, blau und schwarz: http://www.dreschflegel-saatgut.de/info-sorten/wurzelgemuese/kartoffel.php
[5] Kartoffeln gelb, orangerot, blau und schwarz: http://www.apecia.eu/; http://www.apecia.eu/cecilialaca.htm#papa
[6] Charles de l'Ecluse, Portrait: http://www.lavenirdelartois.fr/actualite/la_une/Arras/Insolite/2009/10/14/article_charles_de_l_ecluse_le_pere_de_la_pomme.shtml
[7] Antoine Parmentier, Portrait: http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Parmentier
[8] rosa Kartoffelblüten: http://www.flickr.com/photos/verzo/3713236473/
[9] blaue Kartoffelblüten: http://www.piqs.de/fotos/66145.html

[10] Kartoffelbeeren: http://www.transgen.de/pflanzenforschung/produkteigenschaften/176.doku.html
[11] Kartoffelernte: http://www.sieben-sterngedanken.de/seiten/vorgestellte-pflanzen.html
[12] weisse und schwarze Chuños: http://www.neuenhofer.de/guenter/bolivien/kartoffel2.htm
[13] Christoph Kolumbus, Portrait: http://kidsweb.at/neuer-dings/beruehmte-persoenlichkeiten/christoph-kolumbus.html
[14] Francisco Pizarro, Portrait: http://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_Pizarro
[15] Diego de Almagro, Profil: http://de.wikipedia.org/wiki/Diego_de_Almagro_el_Viejo
[16] Topinambur, Blattanordnung: http://www.forum.kaninchen-at-home.com/pages/pflanzenliste.html
[17] Topinambur, Blüte mit Blattanordnung: http://www.gartenpflege-tipps.de/gartenpflanzen/topinambur
[18] Topinambur, Knollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Topinambur
[19] Jacques Dubois (Jacobus Sylvius), Profil: http://www.answers.com/topic/jacques-dubois

[20] Karte mit der Ardêche: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ard%C3%A8che-Position.svg
[21] Piratenschiff, Nachbau in Guayaquil: Foto von Michael Palomino (2008)
[22] Sevilla, Hospital de la Sangre, Fassade: http://wikanda.sevillapedia.es/wiki/Asensio_de_Maeda
[23] José de Acosta, Profil: http://www.faculty.fairfield.edu/jmac/jp/jpabe.htm
[24] Lustgarten in Stuttgart 1616: http://www.landesarchiv-bw.de/web/42049
[25] Plan des Arznei- und Klostergartens St. Gallen 820: http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50042/ gopl_20010.html?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50042&MODE=BER&RIGHTMENU=null
[26] Karte von Holland mit Leiden: http://zuidholland.partijvoordedieren.nl/content/view/100//news/view/1744
[27] Karte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1560:
http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_gegenreformation.htm#kartenraum
http://www.nthuleen.com/teach/culture/geschichte.html
[28] Tainos / Tahinos: http://www.prfdance.org/history.htm
[29] Trüffelpilz: http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%BCffel

[30] Pomona, römische Göttin der Früchte und Gemüse: http://www.historic-uk.com/CultureUK/Halloween.htm
[31] Teufel: http://www.fotosearch.de/ILW501/dayala0227c/
[32] Globus mit Süd-"Amerika" und Europa: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Terra_globe_icon.png
[33] alter Brahmane: http://www.eckhard-fischer.de/content/eyebook/eyebook/getresizedimage.php?album=20041220_ 002733.Ausstellung~2004.Religionen~der~Voelker&image=005%20Brahmane,%20Mamallapuram,%20Suedindien.jpg
[34] betende Muslime: http://blog.zeit.de/fotoblog/2009/09/21/eid-al-fitr/
[35] Ulrich von Hutten, Holzschnitt: http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Hutten
[36] Heinrich Arnaud (Enrico Arnaud): http://www.holz-schimmel.de/seignoret.html
[37] Wappen von Ahrensfeld: http://de.wikipedia.org/wiki/Ahrensfelde
[38] Themse zugefroren 1677: http://en.wikipedia.org/wiki/Little_Ice_Age
[39] Jonas Alströmer, Portrait: http://de.wikipedia.org/wiki/Jonas_Alstr%C3%B6mer

[40] 30-jähriger Krieg, Brand von Magdeburg 1631: http://st-johannes-baptist-ailingen.drs.de/magdeburg/partnerschaft.htm
[41] John Gerard mit Kartoffelzweig 1697: http://www.hsl.virginia.edu/historical/rare_books/herbalism/gerard.cfm
[42] Friedrich der Grosse mit Kartoffel, Karikatur von Halbritter:
http://www.foodnews.ch/allerlei/20_historisches/Kartoffel_Geschichte.html
[43] Nüchternheitskomitee in Schweden 1910: http://www9.vgregion.se/vastarvet/va/resultat_enpost.asp?nr=VGM_A77533
[44] Kartoffeln à la duchesse (überbackene Herzoginkartoffeln):
http://www.lutosa.com/de/products/retail/frozen-specialities/specialities-made-from-mashed-potatoes/
[45] Kartoffeln "allumettes" (Pommes Frites): http://www.metro.ca/recette/4709/chutney-aux-cerises-de-terre-au-cari.fr.html
[46] Napoleon, Portrait: http://www.theotherside.co.uk/tm-heritage/background/napoleon.htm
[47] Joséphine de Beauharnais, Portrait:
http://www.chambres-hotes-garival.com/chambres-hotes-garival-chambre-josephine-engl.htm
[48] Karte mit den Tristan da Cunha-Inseln: http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_da_Cunha
[49] Karl Julius Weber, Portrait: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Julius_Weber

[50] Schtetl, Holzschnitt: http://www.ktav.com/product_info.php?products_id=1036
[51] St.-Petri-Kirche mit Napoleons Pferden, Hamburg: http://www.plattpartu.de/gott/erinn/franzosentied.htm
[52] Napoleonische Soldaten: http://www.plattpartu.de/gott/erinn/franzosentied.htm
[53] Hungersnot Irland, Suppenküche: http://www.cartoonstock.com/vintage/directory/h/hunger.asp
[54] Kartoffel mit Knollenfäule: http://de.wikipedia.org/wiki/Phytophthora_infestans
[55] Industrialisierung mit Industriegebiet, Halle: http://www.halle.de/index.asp?MenuID=163&SubPage=8
[56] Industrialisierung, z.B. Semmeringbahn: http://www.illisoft.net/trains/strecke/semmering_ge.html
[57] Deutsch-französischer Krieg 1870/71, Schlacht von Dumans: http://antan.unblog.fr/2008/12/01/cartes-postales-sur-la-guerre-de-1870-71/
[58] Rassist Rudolf Steiner, Portrait: http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner
[59] Berlin-Blockade, Rosinenbomber: http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Blockade

[60] Deutsche Weltkriegssoldaten in Polen 1939: http://www.zeit.de/2009/47/A-Wehrmacht-Untersuchungsstelle
[61] Indigena-Kind mit gefrorenen Wangen, Hoch-Anden, Peru: http://hablasonialuz.wordpress.com/2009/06/page/2/
[62] Talavera, Greisin: http://www.lorenz-art.de/patenkinder-peru/projekte.html
[63] Talavera, Greisin im Rollstuhl: http://www.lorenz-art.de/patenkinder-peru/projekte.html
[64,65] Talavera, Hualalachi, Thermalbad: http://www.perutoptours.com/index03aphualalachi.html
[66] Andahuaylas, Zentralplatz: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=38705152
[67] Andahuaylas, Hauptkirche am Zentralplatz: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=38705152
[68] Sondor, Chankas-Ruine: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=38705152
[69] Sondor, Chankas-Pyramide: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=38705152

[70] Süsskartoffeln: http://shop.immersatt.de/epages/es104432.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es 104432_immersattshop/Products/suesskartoffel
[71] einfacher Häufelpflug: http://www.el-bierzo.com/foro/showthread.php?t=1222
[72] Kulturkartoffel: http://www.codecheck.info/gemuese/gemuese/page2.kat

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